Frauen lassen verprügelten Ex-Partner nackt im Wald aussetzen

Zwei Frauen müssen sich momentan vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten, weil sie einen Mann nackt in einem Waldstück ausgesetzt haben. Zuvor ließen sie ihn von einem angeheuerten Schlägertrupp verprügeln.

Die 39-Jährige Angeklagte war mit dem Mann verheiratet gewesen. Die zweite Angeklagte hatte vor der Heirat eine Beziehung mit dem Opfer geführt. Beide hatten keine guten Erinnerungen an ihren Ex-Partner. Die 39-Jährige schilderte vor Gericht, dass ihr Ex-Mann auch nach Beendigung der Ehe immer gewusst habe, wo sie war. Er stellte ihr nach und war auch bereits innerhalb der Ehe durch gewalttätiges Verhalten aufgefallen.

Freiheitsberaubung und Körperverletzung

Daher schloss sich die Frau mit der anderen verflossenen Liebe ihres Ex-Mannes zusammen. Die beiden Frauen beschlossen, sich an ihm zu rächen. Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden den 45-Jährigen Mann dafür nackt im Wald ausgesetzt haben. Zuvor entführten sie ihr Opfer und ließen den Mann durch einen Schlägertrupp verprügeln. Die vier Männer, die geholfen haben sollen, sind bis heute unbekannt. Vor Gericht müssen sich die Frauen jetzt wegen gemeinschaftlich begangener Freiheitsberaubung (§ 239 StGB) und gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB) verantworten. Den Angeklagten droht eine bis zu zehnjährige Freiheitsstrafe.

Die frühere Ehefrau versuchte ihr Verhalten vor Gericht zu rechtfertigen. Nach etlichen wirkungslosen Strafanzeigen gegen ihren Ex-Mann und dem ständigen Leben in Angst vor neuen Attacken hätte sie keinen anderen Ausweg mehr gesehen. Ihr Ex-Mann sollte durch die Aktion einen Denkzettel erhalten und sie endlich in Ruhe lassen. Der Geschädigte blieb der Verhandlung am Montag zunächst fern. Er soll zu einem späteren Zeitpunkt aussagen.

Frauen schützen „Schlägertrupp“

Vor Gericht erklärte die 39-Jährige auch, wie sie den Schlägertrupp anheuerte, um ihre Ex-Mann verprügeln zu lassen. Das Gericht schenk der Version der Angeklagten jedoch keinen Glauben. Angeblich habe die Frau im März 2016 weinend in ihrem Auto an einer Bushaltestelle in Bernau (Barnim) gesessen. Plötzlich habe ein fremder Mann an ihr Autofenster geklopft und ihr sein Hilfe angeboten. Der Mann habe ihr angeboten, ihrem Ex wehzutun. Am Tattag sei die Frau dann losgezogen, um ihren Ex-Mann zu treffen. Gemeinsam mit der mitangeklagten Frau lockte sie den 49-Jährigen auf den zuvor vereinbarten Parkplatz. Dort wartete bereits der fremde Helfer mit drei weiteren Männern. Angeblich habe der weitere Tatablauf von diesem Zeitpunkt an “nicht mehr in unserer Hand” gelegen, so die Ex-Frau. Die vier unbekannten Männer zogen den 49-Jährigen aus seinem Fahrzeug und malträtierten ihn mit Fäusten und Fußtritten. Danach fesselten sie den Mann mit Kabelbinder und klebten ihm Mund und Augen mit Klebeband zu.

Der unbekannte Schlägertrupp hätte das Opfer danach in einem Waldstück ausgeladen und ausgezogen, während die Frauen im Fahrzeug gewartet hätten. Sie drohten dem Mann ihn zu erschießen, wenn er nicht bis 100 zählen würde. Sodann ließ man ihn alleine im Wald zurück.

Letztendlich wurden die Frauen dafür wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu Freiheitsstrafen von 17 sowie 12 Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Außerdem muss jede von ihnen eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro zahlen.


Fundstelle: https://www.welt.de/

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