Streit zwischen Jaqueline und Kevin um Hauskatze eskaliert

Häufig enden Ehestreitigkeiten vor Gericht. So auch im vorliegenden Fall. Ein Mann hatte seinen Kumpel beauftragt, der Ex-Frau die geliebte Katze „Lucy“ wegzunehmen. Beide Männer wurden deswegen unter anderem wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs verurteilt.

Der kuriose Fall spielte sich vor dem Amtsgericht Braunschweig ab und stellte einen „Sorgerechtsstreit der etwas anderen Art” dar: Nachdem sich Kevin N. und Jacqueline N. getrennt hatten, war ein Streit über die gemeinsame Hauskatze Lucy entbrannt – beide meinten, die Kleine gehöre ihnen. Ursprünglich hatte der Mann den Stubentieger mit in die Beziehung gebracht. Bei der Trennung einigte man sich jedoch vorläufig darauf, dass Lucy bei der 25-Järhigen bleiben sollte. Doch bereits nach kurzer Zeit sorgte sich der Noch-Ehemann nach eigenen Angaben um das Wohlergehen der Katze. Er habe Angst, dass sich seine Ex nicht richtig um sie kümmere. Weil sie den Stubentieger nicht hergeben wollte, rief der Mann seinen drogenabhängigen Freund Kevin R. zur Hilfe und die Situation eskalierte:

Katze Lucy aus Wohnung entwendet

Nach der Beweisaufnahme stand für die Richterin fest, dass der Noch-Ehemann seinen Freund im Februar 2017 damit beauftragt hatte, die Samtpfote von seiner Frau zu holen. Er selber war bei einem ersten Versuch erfolglos geblieben, weil seine Ex-Partnerin die Polizei zur Hilfe rief. Zunächst hatten die beiden jungen Männer vor der betreffenden Wohnung herumgeschrien und die Katze herausgefordert. Die Tür blieb zu – und Lucy in weiter Ferne. Die beiden Kevins riefen die Polizei. Auch Jacqueline und ihr neuer Freund Andre S., die in der Wohnung waren, wählten die 110. Die Polizei erteilte dem Ex-Partner daraufhin einen Platzverweis.

Der Kumpel soll laut Anklage daraufhin in die Wohnung der Frau eingebrochen sein, indem er die Tür mit der Schulter aufgestoßen habe. Er soll das frisch verliebte Pärchen bedroht haben. Katze Lucy versteckte sich solange unter dem Küchenschrank. Um in die Küche zu kommen, schlug Kevin R. die Frau heftig ins Gesicht und brach ihr dabei den Kiefer. Kevin R. stieg über die am Boden liegende Frau, schnappte sich die Katze und verpasste Jacqueline N. noch einen Fußtritt in die Rippen. Danach verließ er mit dem Stubentieger die Wohnung.

Hausfriedensbruch, Sachschädigung, Körperverletzung

Wegen Anstiftung zum Hausfriedensbruch gemäß § 123 StGB und Anstiftung zur Sachbeschädigung gemäß § 303 StGB wurde der Mann zu einer Geldstrafe von insgesamt 3.300 Euro verurteilt. Sein Kumpel erhielt eine zehnmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Nötigung, gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Einen Raub oder Diebstahl der Katze konnte das Gericht den beiden Komplizen nicht nachweisen. Beide Angeklagten gingen davon aus, dass die Katze Kevin N. gehöre. Der Vorsatz, die Katze langfristig zu behalten, ließ sich nach Angaben des Sprechers in der Verhandlung ebenfalls nicht nachweisen. Inzwischen soll die die Samtpfote bei der Mutter von Kevin N. in Süddeutschland leben – genau wie das gemeinsame Kind.


Fundstelle: https://www.news38.de/

Jannina Schäffer
Juristin, Doktorandin an einem Lehrstuhl für Strafrecht, Wannabe-Kriminologin, Harry Potter Fan.

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