Entenhausen: Onkel Dagobert und der betrogene Betrüger

Jeder kennt die Comicfiguren aus Entenhausen rund um Donald Duck, Micky Maus, Daniel Düsentrieb, Gustav Gans, die Panzerknacker und natürlich Onkel Dagobert. Letzterer ist als reichste Ente der Welt bekannt. Sein Glückszehner und seine untrügliche Spürnase für Gold und gute Geschäfte helfen ihm dabei, sein Vermögen immer weiter zu vergrößern. Doch dabei geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Onkel Dagobert ist im Laufe seiner Karriere in das eine oder andere windige Geschäft verwickelt und schreckt auch nicht davor zurück, seine Geschäftspartner über den Tisch zu ziehen. So beispielsweise auch in Band 92 des Lustigen Taschenbuchs (LTB).

Das Lustige Taschenbuch ist eine deutschsprachige Comic-Publikation, die seit 1967 im Verlag Egmont Ehapa Media erscheint. Im Lustigen Taschenbuch werden Comics aus dem Universum rund um Donald Duck und Micky Maus, die zum Disney-Konzern gehören, veröffentlicht. Die weitaus meisten Comics stammen aus Italien und Skandinavien. Inzwischen sind über 500 Ausgaben des LTB erschienen.

Band 92 erschien 1983 unter dem Titel „Donalds bunte Welt“ und wurde 1999 unter dem Titel „Der Siegerkuss“ neu aufgelegt. Es beinhaltet die Geschichte „Geteiltes Leid ist halbes Leid“, in der es einmal mehr um Onkel Dagoberts windige und in diesem Fall sogar strafbaren Geschäftspraktiken geht.

Onkel Dagobert und das Goldbarren-Geschäft

Einmal mehr zeigt Donald Duck, dass er ein großes Herz hat und nimmt einen obdachlosen Pechvogel bei sich zu Hause auf. Unerwartet bekommt der Mann jedoch fünf massive Goldbarren von seinem Bruder aus Australien und Donald verspricht, das Gold seinem Onkel Dagobert anzubieten, um es in klingende Münzen umzuwandeln. Soweit so gut. Während Donald davon ausgeht, seinem reichen Erbonkel fünf Goldbarren zu je fünf Kilo Gold zu verkaufen, stellt Onkel Dagobert beim wiegen fest, dass es sich sogar um fünf Goldbarren zu je sechs Kilo Gold handelt. Er wittert das Geschäft seines Lebens und klärt den Verkäufer nicht über dessen Irrtum auf.

Ein klarer Betrug sollte man meinen? So einfach ist es aber nicht! Onkel Dagobert muss feststellen, dass er selbst der Gelinkte ist. Bei den angeblichen Goldbarren handelt es sich um wertlose Kupferbarren. Als Onkel Dagobert den Fall anzeigen will, passiert das unglaubliche! Der angebliche Obdachlose beruft sich darauf, dass er fünf Goldbarren zu je fünf Kilo Gold verkauft habe. Bei den sechs Kilo schweren Kupferbarren könne es sich also nicht um seine Ware handeln.

Der Trickbetrüger hat Onkel Dagobert also mit dessen eigenen Geschäftsmethoden hereingelegt. Er darf den Kaufpreis behalten, während Onkel Dagobert auf den wertlosen Kupferbarren sitzenbleibt. Donald als ahnungslosem Vermittler des Geschäfts kostet dies natürlich Kopf und Kragen! Ein echter Pechvogel!

ENTE gut alles gut? Onkel Dagobert ist sein Geld zwar los, der Betrüger wird jedoch am Ende vom Bundeskriminalamt erwischt. Bei dem vermeintlichen Obdachlosen handelt es sich um Kupfer-Kuno. Einen lange gesuchten Betrüger.

Und die Moral von der Geschicht? Im Geschäftsleben sollte man nicht bescheißen, sondern man ist schneller als gedacht selbst der Betrogene. Zur Polizei gehen, kann man dann schlecht. Denn sonst wird es für beide Seiten unangenehm.


Das zitierte LTB gibt es hier käuflich zu erwerben: https://www.lustiges-taschenbuch.de/

Jannina Schäffer
Jannina Schäffer
Juristin, Doktorandin an einem Lehrstuhl für Strafrecht, Wannabe-Kriminologin, Harry Potter Fan.

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