Die drei Fragezeichen und der Spürhund für Datenspeicher

Auch von Kinderhörspielen wie den „Drei Fragezeichen“ kann man noch viel lernen. So beispielsweise, dass es speziell ausgebildete Spürhunde zum Erschnüffeln von Datenträgern gibt. In Minnesota soll ein solcher Spürhund jetzt unter anderem Kinderpornografie aufspüren.

Mit über 200 Folgen und Millionen Fans gehören „Die drei Fragezeichen“ zu den beliebtesten Krimi-Hörspielen Deutschlands. Viele der Folgen, die ursprünglich für Kinder und Jugendliche gedacht waren, jetzt aber vor allem von einem erwachsenen Publikum gehört werden, beruhen dabei auf wahren Begebenheiten. So beispielsweise „Centralia“. Eine Geister-Stadt in Kalifornien, in der seit 1962 ein Kohlebrand unter dem Boden der Stadt schwelt, der nicht gelöscht werden kann. Hier spielt Folge 166 der Hörspielserie, die den passenden Namen „Die drei ??? und die brennende Stadt“ trägt.

Wie übernehmen jeden Fall!

Die drei Fragezeichen. So nennen sich Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews; drei Schüler aus der fiktiven Kleinstadt Rocky Beach nahe Los Angeles. Die drei haben auf dem Schrottplatz von Justus Onkel ein Detektivbüro gegründet und lösen seitdem sehr erfolgreich mysteriöse Kriminalfälle. Ihr Motto: „Wir übernehmen jeden Fall!“.

Was viele nicht wissen: In der Folge „Das Tuch der Toten“ hat Autor Marco Sonnleitner sich ebenfalls von einer real existierenden Ermittlungsmethode inspirieren lassen. Eigentlich wollten die drei Fragezeichen nur einen Camping-Ausflug in die Santa Monica Mountains machen. Doch im Wald streift ein Wesen aus der Uhrzeit herum, das eigentlich schon längt tot sein sollte. Die drei Fragezeichen nehmen die Ermittlungen auf. Im Laufe der Folge wird ein Hund namens „Leo“ entführt. Doch Leo ist kein gewöhnliches Haustier, sondern ein speziell ausgebildeter Spürhund, der zum Auffinden von Speichermedien wie CDs und USB-Sticks eingesetzt wird. Was zunächst verrückt klingt, wird von der Polizei aber schon länger als anerkannte Ermittlungsmethode eingesetzt.

Datenspeicher-Spürhunde auch in Deutschland

So beispielsweise in den USA. Der Spürhund “Sota” spürt im Dienst des US-Bundesstaates Minnesota Speichermedien auf. Wie das funktioniert? Der Labrador wurde darauf trainiert, Triphenylphosphinoxid, das zur Beschichtung von Speicherchips eingesetzt wird, zu erschnüffeln. Der Hund wurde vom State Department of Public Safety (DPS) angeschafft, um USB-Sticks, Speicherkarten und Handy aufzuspüren.

Finanziert wurde die Anschaffung des Hundes durch die Organisation “Operation Underground Railroad”, die sich für Kinderrechte einsetzt. Sota soll unter anderem kinderpornografisches Material aufspüren. Der Spürhund und sein Training kosteten die Organisation etwa 15.000 US-Dollar. Die Polizei muss lediglich die Unterbringung und das Futter des Hundes sowie seinen Transport zu den Einsatzorten bezahlen.

Auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat sich inzwischen fünf auf Datenträger abgerichtete Spürhunde zugelegt. Insgesamt sind in diesem Bundesland über 300 Spürhunde im Einsatz. Die meisten von ihnen erschnüffeln Rauschgift. Neben NRW verfügt ansonsten nur noch die Polizei in Sachsen über Hunde, die Speichermedien erschnüffeln können. So zum Beispiel „Artus“, der in Gefängnissen illegale Handys aufspüren soll. Die Hunde sind zu Anfang ihres Trainings meist zwischen drei und fünf Jahre alt. Sie müssen hochmotiviert und sozial sein, sowie einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen. Für die Ausbildung eignen sich belgische und holländische Schäferhunde am besten, weil sie intelligent sind und eine schnelle Auffassungsgabe haben.


Fundstelle: https://www.golem.de/
Fundstelle: https://www.sueddeutsche.de/

Jannina Schäffer
Jannina Schäffer
Juristin, Doktorandin an einem Lehrstuhl für Strafrecht, Wannabe-Kriminologin, Harry Potter Fan.

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