Respekt: Wie Kevin ohne Abitur Diplomjurist wurde

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Kevins Werdegang ist für einen Juristen eher ungewöhnlich: Er hat kein Abitur, ist inzwischen aber trotzdem Diplomjurist. Wie er das geschafft hat, erzählt er in einem Interview mit dem SPIEGEL.

Der klassische Werdegang eines jeden Juristen beginnt dem dem Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife. Nach dem Abitur studieren angehende Juristen durchschnittlich elf Semester an einer Unversität, bevor sie ihr erstes Staatsexamen ablegen. Danach folgt eine zweijährige Ausbildung in der Praxis, die sich „Rechtsreferendariat“ nennt. Erst dann darf man sich in Deutschland „Volljurist“ nennen und den Beruf des Anwalts oder Richters ausüben.

Kevin hat es auch ohne Abitur zum Diplomjuristen geschafft! Damit ist er aber ein Exot. Kevin ist heute 29 Jahre alt und meint zu seinem Werdegang gegenüber dem SPIEGEL: „Wäre mein Leben ein Karriereratgeber, würde er heißen: ‚Auf Umwegen zum Traumjob‘.“ Kevin ging bis zur neunten Klasse auf die Hauptschule und machte danach noch seinen Realschulabschluss. In Mathe war er nicht gut, weshalb der Wechsel auf ein Gymnasium für ihn nicht in Betracht kam. Stattdessen bewarb er sich für eine Ausbildung in einer Kanzlei. Kevins Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten dauerte drei Jahre. Auf Grund seiner guten Abschlussnote (1,2) machte er danach noch zwei weitere Jahre eine Weiterbildung zum Rechtsfachwirt. Danach arbeitete er in einer Großkanzlei.

Auf Umwegen zum Traumjob: Jurist!

Über seinen Berufseinstieg erzählt Kevin dem SPIEGEL: „Besonders wütend machte mich: In der Kanzlei wurde mir vermittelt, dass es bei Jura nur den einen Königsweg gebe und alles andere weniger wert sei – erst Abitur, dann Uniabschluss.“

Die Weiterbildung zum Rechtsfachwirt qualifizierte ihn jedoch für ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität. Diese Chance ergriff der anfang 20-Jährige sofort und schrieb sich an einer Uni ein. Innerhalb von acht Semstern legte Kevin das erste Staatsexamen ab. Damit brauchte er zwei Smester weniger als der durchschnittliche Jurastudent. Zwar stieß Kevin bei seinen Kommilitonen zunächst auf Abneigung, das legte sich aber mit der Zeit: „In mein Studium investierte ich noch mehr Zeit. Die Ausbildung war da sogar ein Vorteil, weil ich gelernt hatte, mich zu strukturieren, schnell und effektiv Aufgaben zu erledigen. Nebenbei jobbte ich als studentische Hilfskraft an meinem Lehrstuhl, im fünften Semester gab ich auch Tutorien“, erzählt er dem SPIEGEL.

Momentan arbeitet Kevin als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl. In einigen Jahren möchte er sein zweites Staatsexamen ablegen und könnte dann sogar Richter oder Anwalt werden. Sein Fazit gegenüber dem SPIEGEL ist motivierend für alle in einer ähnlichen Lage: „Ich hatte nicht mal Abi und habe es trotzdem bis zum Staatsexamen geschafft. Das macht mich heute stolz.“


Fundstelle: https://www.spiegel.de/start/

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