BVerwG: Dönerspieße dürfen keine Salmonellen enthalten

Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass ein Hersteller von Dönerspießen diese vom Markt nehmen muss, wenn sie mit Salmonellen kontaminiert sind. Ein Hinweis darauf, dass das Fleisch der Dönerspieße vor dem Verzehr durchgegart werden muss, ändert daran nichts.

Geklagt hatte ein deutsches Unternehmen, das Dönerspieße herstellt und im gefrorenen Zustand an Gastronomiebetriebe vertreibt. Nach dem Hygienekonzept des Unternehmens werden vor der Auslieferung stichprobenartig Kontrollen vorgenommen und die Proben mikrobiologisch untersucht. Die Dönerspieße sind außerdem mit dem Hinweis “Vor Verzehr vollständig durchgaren!” versehen. Die belieferten Betriebe erhitzen den Dönerspieß und verkaufen das Produkt – etwa als Döner Kebab – an ihre Endkunden.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen fand das Landratsamt Augsburg in einem der ausgelieferten Dönerspieße Salmonellen. Die derart kontaminierten Dönerspieße müssen laut der Behörde vom Unternehmen zurückgenommen werden. Das sah das Unternehmen anders und zog vor Gericht. Zur Begründung führte der Kläger an: Eine Rücknahme der Lebensmittel sei nur notwendig, wenn diese unsicher seien. Da unter Gastronomen bekannt sei, dass Dönerspießerspieße durcherhitzt werden müssten und auf den Lebensmitteln auch ein entsprechender Hinweis angebracht sei, erweise sich das Endprodukt bei normalen Verwendungsbedingungen aber gerade nicht als gesundheitsschädlich.

Das Verwaltungsgericht Augsburg schloss sich dieser Ansicht an. Das Unternehmen sei nicht verpflichtet, bei jedem Salmonellenbefall zwingend die betroffene Charge zurückzunehmen. Anders sieht dies jedoch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Vor dem BVerwG unterlag das Unternehmen nun ebenfalls. Die Richter in Leipzig waren sich einig: In Dönerspießen dürfen sich keine Salmonellen befinden! Der Hinweis, dass der Dönerspieße vor dem Verzehr durchzugaren sei, ändert daran nichts. “Ergibt die vorgeschriebene Untersuchung eine unzulässige Kontamination mit Salmonellen, ist die betroffene Partie vom Markt zu nehmen.”


Fundstelle: https://www.lto.de/

Redaktion
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