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Darknet: Ermittler beschlagnahmen Bitcoins im Wert von 900 Millionen Euro

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Bitcoin

Seit 2013 gibt es eine virtuelle Geldbörse mit einem Vermögen von 70.000 Bitcoins. Wem das Geld im Darknet gehört, wusste bisher niemand. US-Ermittler haben die digitale Währung im Wert von umgerechnet 900 Millionen Euro nun überraschend beschlagnahmt.

Bis Dienstagabend um 22.34 Uhr zählte die Bitcoin-Geldbörse mit der Zeichenfolge 1HQ3Go3ggs8pFnXuHVHRytPCq5fGG8Hbhx(1HQ3) zu den wertvollsten der Welt. Seit 2013 lagen die Bitcoins bereits in der virtuellen Geldbörse. Und niemand wusste, wem das Geld gehörte. Zahlreiche Hacke haben in den letzten Jahren versucht, den virtuellen Safe zu knacken, um an die Millionen zu kommen. Erfolglos. Denn nur wer das Passwort kennt, um die Wallet-Datei zu öffnen, der hat Zugriff auf die online Geldbörse.

US-Justizministerium beschlagnahmt Kryptowährung

Nun wurde die virtuelle Währung plötzlich bewegt und die Aufregung war groß. Wie inzwischen bekannt wurde, hat das US-Justizministerium die Bitcoins beschlagnahmt. Die Ermittler gehen davon ausgehen, dass es sich um Gewinne aus einem Darknet-Schwarzmarkt handelt. Der Fund ist laut US-Justizministerium die “größte Menge an Kryptowährungen, die man jemals beschlagnahmt” hat.

Doch noch kurioser mutet die Hintergrundgeschichte an: Die Bitcoins sollen ursprünglich von der Darknet-Handelsplattform Silk Road eingenommen worden sein. Dort werden Drogen, Waffen und andere illegale Dinge gehandelt. Silk Road nahm über die Jahre mehr als 600.000 Bitcoin ein, wurde aber 2013 abgeschaltet. Ein Teil dieser Einnahmen lagerte in der Bitcoin-Börse mit der Nummer 1HQ3Go3ggs8pFnXuHVHRytPCq5fGG8Hbhx(1HQ3). Ein Hacker mit der Bezeichnung Person X soll zwischen den Jahren 2011 und 2013 unerlaubt auf die Server von Silk Road zugegriffen und so insgesamt 70.000 Bitcoins gestohlen haben. Die kriminellen Betreiber von Silk Road wurden also selbst Opfer eines Kriminellen.

Die US-Steuerbehörde ist Person X nun auf die Schliche gekommen. Er soll immer wieder Beträge von zwei der Silk-Road-Plattform zugeordneten Konten auf zwei seiner eigenen Bitcoin-Börsen überwiesen haben. So konnte die Staatsanwaltschaft die Identität von Person X ermitteln. Anfang November unterzeichnete diese dann offenbar eine Einwilligung zur Beschlagnahme des wertvollen Bitcoin-Kontos.

Bitcoin und die deutsche Justiz

Wo das restliche Geld aus den Geschäften der Darknet-Plattform Silk Road lagert, wissen die Behörden allerdings (noch) nicht. Und was sagen die deutschen Behörden dazu? Auch die deutsche Justiz ist inzwischen im Besitz von Bitcoin. So soll die Staatsanwaltschaft Kempten (Bayern) über ein Vermögen in Höhe von 74 Millionen (beschlagnahmter) Bitcoin verfügen. Doch nur wenn die Täter mit den Behörden kooperieren und das Passwort ihres Wallet verraten, kann die Justiz das Geld auch tatsächlich der Staatskasse zuführen.

In den Gesetzestexten tauchen virtuelle Währungen bis heute allerdings eher spärlich auf. Eine erfreuliche Ausnahme ist da § 74a StVollstrO. In diesem wird der Begriff sogar definiert: “Eine virtuelle Währung ist das digitale Abbild eines Wertes, das nicht von einer Zentralbank, einem Kreditinstitut oder einem E-Geld-Institut ausgegeben wurde und als Alternative zu Geld genutzt, insbesondere elektronisch übertragen, verwahrt oder gehandelt wird.” Und sodann wird festgelegt, wie derartige Währungen zu verwerten sind: “Soweit die Verwertung von virtuellen Währungen der Vollstreckungsbehörde obliegt, sind die virtuellen Währungen den in den Ländern bestimmten Zentralstellen zur Verwertung anzuzeigen und durch diese zu verwerten. Die Verwertungsstelle führt den Erlös nach Abzug der Verwertungskosten an die zuständige Kasse ab.”


Fundstelle: https://www.justice.gov/
Fundstelle: https://www.spiegel.de/

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