Krakauer Restaurant öffnet trotz Verbots: Aber nur für Testesser

Auch Polen befindet sich in einem zweiten „harten Lockdown“. Viele kleine Betriebe stehen wegen der Zwangsschließungen kurz vor dem Ruin. Manche werden deshalb kreativ: Wir berichteten im November bereits über ein Fitnessstudio in Krakau, das für ihre „Gläubigen“ als Kirche wieder öffnen wollte.

Das „Fröhliche Töpfe“ kocht für Testesser

Das Restaurant „Wesołe gary“- zu Deutsch „Fröhliche Töpfe“ mit insgesamt zehn Angestellten hat nichts mehr zu verlieren. Die Betreiberin Karolina Bartosik erklärt „Wenn wir weiterhin geschlossen bleiben müssen, sind wir gezwungen unser Restaurant, das wir wie unser eigenes Kind lieben, für immer zu schließen. Deshalb haben wir uns entschlossen, zu kämpfen. Wir öffnen am 13. Januar unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften. Diejenigen, die sich telefonisch anmelden, dürfen als Testesser zu uns ins Restaurant kommen. Bezahlt wird dafür, das Essen testen zu dürfen.“

Rechtsform geändert: Coronahilfen bleiben aus

Vorangegangen war ein emotionaler Eintrag auf der Facebookseite des Restaurants vom 11. Januar. In diesem erklärt Bartosik, dass weitere Coronahilfen nicht zu erwarten sind. Bis dato haben sie nur eine einmalige Corona-Hilfezahlung in Höhe von umgerechnet 1.250€ erhalten. Denn im Januar hat das Restaurant seine Rechtsform geändert und firmiert seitdem als Gesellschaft. Schon einige Stunden nach ihrem Facebook-Eintrag gab es mehrere tausend „Likes“ und unterstützende Kommentare.

Einhaltung der Hygienevorschriften

Immer wieder wird auch hier in Deutschland kritisiert, dass in den Restaurants die Abstandsregeln problemlos eingehalten werden können. Auch reagieren viele mit Unverständnis, warum beispielsweise die Maniküre untersagt ist, die gleichartige Pediküre aber erlaubt. Das sind nur einige Beispiele der angeprangerten Ungleichbehandlungen.

Bartosik öffnet das Restaurant morgen, am 13.01 unter Einhaltung der strengen Hygienevorschriften, wie sie während der kurzen Öffnungsperiode im Sommer und Herbst galten. Sämtliche Testesser werden mit Mundschutz zu ihren Plätzen geführt und halten zu anderen Testessern zwei Meter Abstand. Sie wünscht sich, dass auch andere Restaurants diesen Weg einschlagen.


Fundstelle: https://gazetakrakowska.pl/

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