USA: Klage gegen Subway, weil Thunfisch kein Thunfisch

Erst ist das Brot der beliebten Fast-Food-Kette Subway in Irland – zumindest aus rechtlicher Sicht – kein Brot. Und jetzt soll der Thunfisch bei Subway in Kalifornien (USA) gar kein Thunfisch sein?

Mehrere Thunfischproben aus Subway-Restaurants im amerikanischen Kalifornien sollen ergeben haben, dass der beliebte Fischaufstrich aus allem anderen, außer Thunfisch besteht.

Klägerinnen fühlen sich getäuscht

Dieses Mal haben zwei Privatpersonen die Klage gegen Subway erhoben. Sie werfen dem Unternehmen Betrug, bewusste Falschdarstellung und unzulässige Bereicherung vor und wollen Schadensersatz.

Die Klägerinnen behaupten, Subway spare große Summen in der Produktion, weil das an Stelle des Thunfischs verarbeitete Produkt weniger Geld koste. Sie meinen, durch die Produktkennzeichnung, Werbung und Verpackung von Subway zum Kauf getäuscht worden zu sein. Wegen der Angaben hätten sie annehmen dürfen, welche Zutaten sie beim Sandwichkauf erwerben. Tatsächlich enthielte das Sandwich keine der vorgespiegelten Zutaten und der Preis sei deshalb viel zu hoch gewesen.

Geltungsdrang der Prozessbevollmächtigten

Subway bestreitet sämtliche Vorwürfe; sie seien an den Haaren herbeigezogen. Der Thunfisch bestehe hauptsächlich aus wild gefangenem Thunfisch und nur zu wenigen Prozent aus gezüchtetem Gelb- und Blauflossenthunfisch. Um den Aufstrich herzustellen, werde lediglich noch Majonnaise hinzugefügt.

Subway wirft den klägerischen Anwält:innen Geltungsdrang vor. Sie wollten sich in der Lebensmittelindustrie einen Namen machen. Die klägerischen Anwält:innen hoffen nämlich, dass die Klage als sog. Sammelklage (engl. class action) zertifiziert wird, sodass sich sämtliche Thunfischwrap- und Sandwich Käufer:innen anschließen können. Einzige Voraussetzung: Der Kauf eines Thunfischprodukts in einem kalifornischen Subway nach dem 21.01.2017.

Haltlose Anschuldigen gefährden Lebensunterhalt

Die Stellungnahme der amerikanischen Subway- Sprecherin Maggie Truax liest sich wie folgt: „Diese unbegründeten Anschuldigungen gefährden den Lebensunterhalt unseren Franchisenehmer und Kleinunternehmer, die unermüdlich daran arbeiten, die hohen Standards einzuhalten, die Subway für alle seine Produkte, einschließlich Thunfisch, einhält. Angesichts der Tatsachen stellt die Klage einen rücksichtslosen und unangemessenen Angriff auf die Marke und den guten Willen von Subway und seiner Franchiseunternehmer dar. Es gibt keine rechtliche oder faktische Grundlage für die leichtfertig und ohne hinreichende Untersuchungen erhobenen Ansprüche der Klägerinnen.“

USA bekannt für immens hohe Schadensersatzklagen

Es ist nicht neu, dass Gerichte vor allem große Konzerne in den USA immer wieder zur Zahlung großer Schadensersatzsummen verpflichten. Unter anderem wegen zu heißem Kaffee. Erst 2013 musste sich Subway vor Gericht dem Vorwurf stellen, ihr 12“ Sandwich, sei nur 11“ bzw 11,5“ lang. Die Parteien konnten sich vergleichen, weshalb keine gerichtliche Entscheidung erging. Die Verlockung einer Schadensersatzklage ist so gesehen wohl höher als in Deutschland.

Inwieweit die Vorwürfe auch auf die deutschen Subway-Filialen zutreffen, ist unbekannt. Wegen der unterschiedlichen Anforderungen an Lebensmittel in den USA und Deutschland unterscheidet sich deshalb die Rezeptur bei bestimmten Produkten in beiden Ländern.


Fundstelle: https://www.nbcnews.com/

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