JURios will’s wissen: Welchem Hogwarts-Haus gehören die meisten Jurist:innen an?

Endlich konnten wir eine Frage klären, deren Antwort wir schon immer wissen wollten. Welchem Hogwarts-Haus gehören die meisten Jurist:innen an. Und warum?

Wir haben unsere Reichweite auf Instagram (@JuriosDE) genutzt und die wohl größte Umfrage unter Jurastudierenden und jungen Jurist:innen zum Thema Harry Potter gestartet. Teilgenommen haben über 600 Personen. Herausgekommen ist ein Ergebnis, das uns teils überrascht. In Teilen war der Ausgang der Abstimmung aber auch zu erwarten.

Der Hype um Harry Potter!

Doch woher kommt der Harry Potter Hype überhaupt? Und hält er wirklich noch bis heute an? Natürlich! Wir waren beispielsweise am 27.10.2007 beim Mitternachtsverkauf des letzten Buches dabei. Der Verkaufsstart von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ sorgte für einen bis dahin noch nie dagewesenen Wirbel. Bereits vor dem Erscheinungstermin wurde der Titel weltweit 1,6 Millionen Mal vorbestellt. In den ersten fünf Jahren nach dem Erscheinen wurde der siebte Band weltweit 44 Millionen Mal verkauft. Ohne Zweifel gehört die Serie rund um den jungen Zauberlehrling damit nicht nur in Großbritannien zu den bekanntesten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbüchern.

Kein Wunder also, dass sich auch unter Jurist:innen so viele Fans der Fantasy-Serie wiederfinden. Denn was gibt es schöneres, als nach einem anstrengenden Tag an der Uni oder einem Lern-Marathon in die magische Welt von Harry Potter abzutauchen? Richtig: Nichts! Wir empfehlen euch übrigens die Bücher in der Badewanne zu genießen. Für das beste Entspannungs-Erlebnis wird dazu Schokoladen-Eis serviert und das Badezimmer ist mit Kerzen beleuchtet. Too much? We don’t think so!

J.K. Rowling – Eine umstrittene Heldin

Die Autorin J.K. Rowling wurde am 31.07.1965 in der englischen Kleinstadt Yate nahe Bristol geboren. Sie studierte Klassische Altertumswissenschaften und Französisch an der University of Exeter und verbrachte ab 1991 einige Zeit als Lehrerin in Portugal. Als alleinerziehende Mutter und Sozialhilfeempfängerin kehrte sie 1993 nach England zurück und begann an ihrem ersten Harry Potter Buch, das 1997 unter dem Titel „Harry Potter und der Stein der Weisen“ veröffentlicht werden sollte, zu arbeiten. Zunächst wurde das Buch von zahlreichen Verlagen abgelehnt, bis es schließlich beim Verlag Bloomsbury Publishing unter dem Originaltitel „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ erschien. Der Rest ist Geschichte! In den letzten Jahren fiel die Autorin, die einen Großteil ihrer Einnahmen für wohltätige Zwecke spendete, jedoch mehrmals mit transphoben Äußerungen auf, sodass sich einige Fans von ihre abwendeten.

Doch warum interessieren sich erwachsene Jurist:innen überhaupt noch für die Harry Potter Bücher? Wir vermuten zweierlei: Einerseits ist es immer schön – und auch irgendwie beruhigend – sich mit Kindheitserinnerungen zu beschäftigen. Es hat schon fast meditative Wirkung, sich zum 13. Mal die Harry Potter Filme anzusehen. Und außerdem geht es in den sieben Bänden hauptsächlich um eins: Gerechtigkeit! Und was wären wir für Jurastudierende, wenn es uns nicht zumindest ein kleines bisschen darum ginge, die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen?

Dass die Beschäftigung mit Literatur für Juristen/innen überhaupt nicht wesensfremd ist, zeigt die „Law and Literature Bewegung“ aus den USA, die sich mit den Forschungszweigen „Recht als Literatur“ und „Recht in der Literatur“ befasst. Auch wenn das Thema in Deutschland eher stiefmütterlich behandelt wird, gibt es doch einige Professor:innen und Lehrstühle, die sich damit auseinandersetzen. Meistens jedoch anhand von Klassikern wie Kafkas „Prozess“ und eher weniger mittels neumodischer Fantasy-Literatur.

Wie dem auch sei: Welchem Hogwarts-Haus gehören denn nun die meisten Jurist:innen an? Die Antwort darauf ergibt sich klar aus unserer Umfrage: Ravenclaw!

And the Winner is: Ravenclaw!

Stolze 234 Teilnehmer:innen würden sich selbst dem Hause Ravenclaw zuordnen. Das entspricht 37,7 Prozent und damit über einem Drittel der Befragten. Wieso das Ergebnis wenig überrascht? Für das Haus Ravenclaw werden Schüler:innen ausgewählt, die durch Kreativität, Individualität und besondere Intelligenz auffallen. Oder wie der sprechende Hut im ersten Band so treffend formuliert:

„Bist du geschwind im Denken, gelehrsam auch und weise,
dann machst du dich nach Ravenclaw, so wett ich, auf die Reise.“

Böse Zungen behaupten, alle Ravenclaws seien langweilige Streber. Doch dieser Gedanke ist etwas zu kurz gegriffen – wie beispielsweise die exzentrische Luna Lovegood zeigt. Nichtsdestotrotz ist klar: Ravenclaws trainieren ihren Geist sehr gerne und es macht ihnen nichts aus, in Büchern zu wälzen und zu lernen. Alles Eigenschaften, die man im Jurastudium zwangsweise hegen und pflegen sollte. Denn auch unter Juristen:innen fällt selten ein Genie vom Baum und man kommt nicht drumherum, viel Zeit in der Bibliothek zu verbringen.

Gleichzeitig sind Ravenclaws aber auch in der Lage, um die Ecke zu denken und für jedes noch so verzwickte Problem eine kreative Lösung zu finden. Bei der Vertragsgestaltung lässt sich ein Ravenclaw also nicht über den Tisch ziehen! Im Gegensatz zum Geschehen in den Büchern darf Ravenclaw in unserer Umfrage zumindest ein einziges Mal den Hauspokal mit nach Hause nehmen. Unsere Chefredakteurin sagt: Hello, fellow Ravenclaws!

Auf Platz zwei: Die Schlangen!

Auch Platz zwei überrascht uns nach einigem Sinnieren nicht mehr. 193 Befragte, also stolze 31,2 Prozent der Teilnehmer:innen würden sich dem Hause Slytherin zuordnen. Der Sprechende Hut sagt dazu:

„In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden,
doch dafür wirst du hier noch echte Freunde finden.“

Doch was bedeutet das jetzt für die Zukunft der Juristerei? In den Harry Potter Büchern sind die Slytherins die „Bösen“. Viele von ihnen sind Anhänger:innen des grausamen Zauberers Lord Voldemort. Dieser will im Laufe der Bücher nicht nur seinen Erzfeind Harry Potter töten, sondern auch das Zaubereiministerium unterwandern. Er vertritt die Ideologie des „reinen Blutes“, nach der reinblütige Zaubererfamilien mehr Wert sind als muggelstämmige Magier und Hexen. Damit handelt es sich bei Lord Voldemort letztendlich um „magic Hitler“. Sind deswegen alle Slytherins böse? Nein!

Zu den Eigenschaften der Slytherins gehören wahre Loyalität und ein guter Geschäftssinn. Qualitäten, die jeder erfolgreiche Anwalt und jede erfolgreiche Anwältin benötigt. Slytherins stehen zu ihren Freunden und meistern alle Probleme des Alltags mit viel Geschick und Tücke. Wir hoffen nur, dass sich die Teilnehmer:innen unserer Umfrage nicht von den falschen Freund:innen leiten lassen! Aber dazu wären sie vermutlich viel zu gerissen. Nicht wahr?

Gryffindor nur auf Platz drei!

Überraschenderweise landet Gryffindor, das Haus unserer drei Hauptcharaktere Harry, Ron und Hermine mit 134 Personene (= 21,6 Prozent) nur auf Platz drei. Wie konnte das passieren? Wie uns der Sprechende Hut verrät, sammeln sich in Gryffindor alle Schüler:innen, die wahren Mut zeigen. Damit ist Gryffindor quasi das Held:innen-Haus von Hogwarts:

„Vielleicht seid ihr Gryffindors, sagt euer alter Hut,
denn dort regieren, wie man weiß, Tapferkeit und Mut.“

Gryffindors setzen sich auch gegen vehementen Widerstand für Gerechtigkeit ein. Unser Trio ist dafür das beste Beispiel. Harry, Ron und Hermine zeigen aber auch, dass Gryffindors manchmal über die Stränge schlagen und sich kopflos in Gefahr begeben! Unser Muster-Gryffindor ist deswegen definitiv Neville Longbottom. Der seine Werte sogar gegen Riesenschlangen und den Diktator der Zaubererwelt – Lord Voldemort – verteidigt. Damit sind Gryffindors die perfekten Richter:innen. Fair, unbestechlich, gerecht – aber gleichzeitig auch mutig genug, um nicht blind der breiten Masse hinterherzurennen. Chapeu!

Hufflepuffs – die Gewinner/innen der Herzen!

Wieso das Haus Hufflepuff mit nur 59 Personen und knapp 10 Prozent auf dem letzten Platz gelandet ist, verstehen wir nicht. Wir fordern: Jeder braucht einen Hufflepuff an seiner Seite! Genauso wie jeder Herr der Ringe Fan einen besten Freund namens Sam benötigt (wir berichten)! Hufflepuffs sind die “Gutmenschen” der Zaubererwelt. Und das meinen wir nicht im negativen Sinne! Sie vereinbaren alle guten Qualitäten der anderen Häuser, ohne damit anzugeben!

In Hufflepuff dagegen ist man gerecht und treu,
man hilft dem andern, wo man kann, und hat vor Arbeit keine Scheu.

Hufflepuffs sind so fleißig wie die Ravenclaws, so loyal wie die Slytherins und so gerecht wie die Gryffindors. Gleichzeitig befindet sich ihr Gemeinschafsraum auch noch direkt neben der Küche! Wie kann man da kein Hufflepuff sein wollen? Das Wappentier der Hufflepuffs ist übrigens ein Dachs. Wer jetzt denkt: „Aw, harmlos und süß!“ irrt gewaltig. Über das Verteidigungsverhalten der Honigdachse steht bei Wikipedia:

„Honigdachse gelten als ausgesprochen furchtlose, aggressive Tiere, die mit Ausnahme des Menschen wenige natürliche Feinde haben. Die lose, ausgesprochen dicke Haut kann mit Ausnahme der dünnen Bauchschicht selbst von den Zähnen von Raubkatzen oder Giftschlangen oder von Stachelschweinstacheln kaum durchdrungen werden. Die kräftigen Vorderpfoten mit den langen Krallen und die Zähne sind weitere wirkungsvolle Verteidigungswaffen. Zusätzlich können sie, ähnlich den Skunks, übelriechende Sekrete aus ihren Analdrüsen ausspritzen, wenn sie angegriffen werden. Berichten zufolge greifen sie, wenn sie sich bedroht fühlen, selbst Tiere von der Größe eines Rindes oder eines Büffels an.“

See you next time, Potterheads!

Was lernen wir also aus unserer Umfrage? Jurist:innen sind so vielfältig wie unsere vier Hogwarts-Häuser. Und das ist gut so! Wir merken uns aber auch: Bei den Hogwarts-Häusern handelt es sich um reine Fiktion. Eure persönlichen Präferenzen haben auf die reale Welt also keinerlei Auswirkung, sorry!

Wir gehen zur Belohnung unserer harten Arbeit jetzt das LEGO (aka: “Klemmbausteine”) Harry Potter Schloss zusammenbauen. Während wir in unserem Ravenclaw-Pulli die Harry Potter Filme schauen und Butterbier aus unserer Harry Potter Tasse trinken! See you later, Potterheads!


Disclaimer: Die Zahlen beruhen auf einer inoffiziellen, nicht repräsentativen Umfrage vom 04.02.2021 auf unserem Instagram-Profil @JuriosDE.

Redaktion
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JURios. Kuriose Rechtsnachrichten. Kontakt: redaktion@jurios.de

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