“Ich bin keine Katze” – US-Anwalt mit Katzen-Filter in online Verhandlung

Die virtuelle Verhandlung eines Gerichts in Texas sorgt seit Dienstag im Netz für großes Aufsehen, weil ein Anwalt versehentlich mit einem Katzen-Filter an ihr teilnahm.

Das Verfahren vor einem US-Bundesgericht, das per Zoom abgehalten werden sollte, verzögerte sich wegen einer Video-Panne. Ein Anwalt ist dadurch unfreiwillig berühmt geworden, innerhalb von nur 48 Sekunden. So lange dauert das YouTube-Video eines texanischen Gerichts, das seit Dienstag um die Welt geht.

Der Anwalt Rod Ponton erschien darin mit einem eingeschalteten Katzen-Filter vor dem virtuellen Gericht in Texas. Und wusste sich zunächst nicht zu helfen.

Sekretärin aktiviert Katzen-Filter

“Herr. Ponton, ich glaube, Sie haben in Ihren Videoeinstellungen einen Filter aktiviert”, hört man den Richter Roy Ferguson sagen. “Herr Richter, können Sie mich hören?”, fragt daraufhin der Anwalt. “Ich kann Sie hören”, antwortet Ferguson. “Ich glaube, es ist ein Filter.” Der Anwalt versicherte sodann mehrmals, keine Katze zu sein.

Später erklärte der Anwalt gegenüber den Medien er habe den Computer seiner Sekretärin benutzt. “Oh, das war nur ein Fehler meiner Sekretärin. Ich habe ihren Computer benutzt und aus irgendeinem Grund hatte sie diesen Filter an.” Er habe den Filter schließlich abgeschaltet und die Verhandlung sei wie gewohnt weitergegangen.

Richter lobt professionellen Umgang

Auch der Richter zeigte Humor. Er schrieb nach dem Ende der Anhörung auf Twitter: “WICHTIGER ZOOM-TIPP: Wenn ein Kind Ihren Computer verwendet hat, überprüfen Sie vor dem Beitritt zu einer virtuellen Anhörung die Zoom-Videooptionen, um sicherzustellen, dass die Filter deaktiviert sind. Dieses Kätzchen hat gerade eine formelle Ankündigung zu einem Fall im 394. gemacht (Ton an).”

Außerdem lobte Ferguson den professionellen Umgang aller Beteiligten mit der Situation: “Beim Anschauen des Videos sieht man, dass ihn niemand verspottete oder auslachte. Das zeigt die Professionalität und Würde, die diese Richter zu den virtuellen Anhörungen mitbringen.”

Auch interessant: Das Video enthält den Warnhinweis, dass eine “Aufzeichnung dieser Anhörung oder des Livestreams verboten” ist. Ein Regelbruch wird demnach mit bis zu 500 Dollar oder einer Freiheitsstrafe von bis zu 180 Tagen geahndet. Anscheinend gilt dies nicht für die verhandelnde Person selbst!


Fundstelle: https://www.derstandard.de/

Redaktion
JURios. Kuriose Rechtsnachrichten. Kontakt: redaktion@jurios.de

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