Frau muss sieben Meter hohes Kreuz aus ihrem Garten entfernen

Eine Düsseldorferin muss ein sieben Meter hohes, beleuchtetes Holzkreuz aus ihrem eigenen Garten entfernen. Das hat das Amtsgericht Düsseldorf entschieden.

Eine Düsseldorferin hatte in ihrem Garten ein sieben Meter hohes Holzkreuz errichtet, das außerdem im Dunklen leuchtete. Der Garten gehörte zu einem Haus, das in zwei Eigentumswohnungen aufgeteilt ist. Am Garten hatte die Frau jedoch das Sondernutzungsrecht. Sehr zur Missgunst ihrer Nachbarin aus der anderen Wohnung. Diese klagte gegen das Kreuz. Der Anwalt der Frau argumentierte vor Gericht, dass bei allem Verständnis für die Religionsfreiheit die Grenze des Vertretbaren in diesem Fall klar überschritten sei.

Über das Schicksal des Kreuzes entschied jetzt das Amtsgericht Düsseldorf und schloss sich der Argumentation der Klägerin an. Das Holzkreuz gehöre wegen seiner Größe und Beleuchtungsintensität „nicht zur üblichen Gartengestaltung“, so das Amtsgericht. Das durch eine umlaufende Leuchtkette im Dunkeln illuminierte Kreuz erschwere zudem das Einschlafen der Klägerin. Das christliche Symbol stelle deswegen eine „rechtswidrige Eigentumsbeeinträchtigung dar“, die von der Nachbarin nicht zu dulden sei.

Die Christin muss jetzt nicht nur das Kreuz entfernen, sondern auch das dazugehörige Betonfundament und den ursprünglichen Zustand des Gartens mit einer Rasenfläche wiederherstellen. Gegen das Urteil ist noch Berufung zum Landgericht möglich.


Entscheidung: AG Düsseldorf, 10.05.2021, Az. 290 A C 179/20

Redaktion
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