Achtung: Schein-Anwaltskanzlei aus Köln verschickt Zahlungsaufforderungen

Die Rechtsanwaltskammer Köln warnt vor einer besonders dreisten Betrugsmasche: Unter dem Namen „Dr. Herzog & Partner“ verschickt eine in Wirklichkeit nicht existierende Kanzlei seriös wirkende Schreiben. In diesen fordern ebenfalls nicht existierende Anwält:innen zur Zahlung von angeblich noch ausstehenden Geldbeträgen auf.

Bundesweit sind in den vergangenen Tagen Schreiben im Namen der Kanzlei „Dr. Herzog & Partner“ aus Köln mit der „Ankündigung des gerichtlichen Vorpfändungsbeschlusses“ verschickt worden. Die Briefe erhielten hauptsächlich Senior:innen. Diese wurden aufgefordert, Zahlungen ins Ausland zu leisten. Dahinter steckt eine perfide Masche: Denn die Anwaltskanzlei existiert überhaupt nicht. Das erklärte die Rechtsanwaltskammer Köln in einem Statement vom 05. August.

Die Rechtsanwaltskammer Köln weist darauf hin, dass es die Anwaltskanzlei unter der angegebenen Adresse nicht gibt. Alle drei auf dem Briefbogen genannten angeblichen Rechtsanwälte „Dr. Klaus Herzog“, „Christiane Schilling“ und „Jur. Benedikt Ock“ sind keine zugelassenen Rechtsanwält:innen und auch nicht Mitglied der Rechtsanwaltskammer Köln. Eine Fake-Kanzlei also!

Website der Fake-Kanzlei wirkt seriös

Doch es wird noch frecher: Auf dem Schreiben ist auch die Internetadresse der angeblichen Kanzleiwebsite genannt. Diese existiert wirklich! Und erweckt auf den ersten Blick einen sehr seriösen Anschein. Die Fake-Kanzlei stellt sich auf der Startseite mit den Worten “Suchen Sie einen erfahrenen Rechtsanwalt in Köln und Umgebung? Dann sind Sie bei uns genau richtig. Unsere in Kreuztal ansässige Kanzlei verfügt über eine langjährige Erfahrung und eine ausgewiesene Kompetenz im Arbeitsrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht. […] Wir kümmern uns um Ihre rechtlichen Belange und sorgen für Ihr gutes Recht – seit 2008!” vor.

Auf der Internetseite werden außerdem zwei Rechtsanwälte und eine Rechtsanwältin namentlich, mit Foto und mit den von ihnen vertretenen Rechtsgebieten aufgeführt. Wie auf einer “echten” Kanzleihomepage. Eine Bilder-Rückwärtssuche ergibt jedoch, dass es sich bei den Fotos um Stockfotos von Adobe handelt. Aber wer überprüft das schon beim Besuch einer Anwalts-Homepage? Auffallen könnte höchstens, dass das Impressum nicht vollständig ist und dass an der angegebenen Adresse in Köln keine Anwaltskanzlei bei Google Maps auftaucht. Testanrufe von JURios unter den angegebenen Telefonnummern blieben unbeantwortet.

“Hier wird versucht, Mitbürger zu betrügen und unter Verwendung einer geschickten Fälschung zur Zahlung zu bewegen”, zitiert LTO den Geschäftsführer der RAK Köln, Martin Huff. Die Rechtsanwaltskammer Köln hat inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige erstattet. Zudem weist sie darauf hin, dass Bürger:innen unter www.rechtsanwaltsregister.org nachprüfen können, ob Rechtsanwält:innen tatsächlich auch Mitglied einer der regionalen Rechtsanwaltskammern im Bundesgebiet sind.


Fundstelle: https://www.rak-koeln.de/
Fundstelle: https://www.lto.de/

Redaktion
JURios. Kuriose Rechtsnachrichten. Kontakt: redaktion@jurios.de

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