7 Prominente, von denen du nicht gedacht hättest, dass sie Jura studiert haben…

Dem Jurastudium wird nachgesagt, dass es besonders trocken und langweilig ist. Nur die größten Streber:innen sollen in der Lage sein, sich lange genug in Bücher zu vertiefen, um das Examen zu schaffen. Wir wissen, dass diese Vorurteile natürlich Quatsch sind. Trotzdem hat es uns sehr überrascht, welche Promis sich für ein Jurastudium entschieden haben. Und dass einige sogar eine Zeit lang in der Anwaltschaft gearbeitet haben. Von wem wir reden? Lasst Euch überraschen!

John Cleese – Der Jurist von Monty Python!

“Das Leben des Brian“ und “Die Ritter der Kokosnuss“ machten die britische Komikertruppe „Monty Python“ weltberühmt. Zur Gruppe gehört auch der 1939 geborene John Cleese. Und wer hätte es gedacht? Der fast 2m große Brite mit dem schrägen Humor studierte Jura am Downing College in Cambridge. Dort traf er auch das spätere Monty-Python-Mitglied Graham Chapman. Zwar schloss Cleese sein Jurastudium erfolgreich ab, es zeichnete sich jedoch bereits während des Studiums ab, dass er eigentlich für etwas ganz anderes geboren war. Cleese wurde Mitglied des “Cambridge University Footlights Dramatic Club” und ging auf Tournee in Neuseeland und den USA. Statt einer Karriere in der Justiz trat Cleese nach seiner Rückkehr in der Radiocomedy „I’m Sorry I’ll Read That Again“ der BBC auf, die mehrere Jahre erfolgreich lief. 1969 gründete er mit Graham Chapman, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin schließlich „Monty Python“. Der Rest ist Geschichte.

Lasse Braun – Jura, pornorös!

Was? Du hast noch nie von Lasse Braun gehört? Naja, vielleicht hast du ihn aber schon mal gesehen? Nicht ihn, aber zumindest einen seiner Pornos! Der 1936 in Algier geborene Braun wird von seinen Fans häufig als einer der stilvollsten Regisseure des Porno Chic und als der „König der modernen Pornografie“ bezeichnet. Doch das ist nicht der Grund, wieso Braun auf unserer Liste steht. Der spätere Porno-Regisseur studierte Jura in Mailand. Und das sehr erfolgreich. Der Sohn eines italienischen Diplomaten promovierte sogar. Er schrieb seine Doktorarbeit zum Thema „Richterliche Zensur in der westlichen Welt“. Doch schon kurz darauf schulte er um. Mit dem Diplomatenwagen seines Vaters schmuggelte Braun zunächst pornografische Zeitschriften – damals stand Pornografie noch unter Strafe – nach Italien. Ab 1966 begann er Hardcore-Kurzfilme von je rund 10 Minuten Länge (sog. Loops) zu drehen. Brauns erster Pornofilm in Spielfilmlänge, “French Blue”, wurde 1974 auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt.

Kollegah – Gangsta Rap und Jurastudium!

Jo, Bro! Lass mal ne Runde in der Bib abhängen!“, soll einst Felix Martin Andreas Matthias Blume aka „Kollegah“ zu seinen Kommiliton:innen gesagt haben. Gesagt getan. Der 1984 in Friedberg geborene Rapper machte sein Abi am Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern/Hunsrück. Danach war er einige Zeit als Übersetzer tätig. 2003 begann er seine Rapper-Karriere unter dem Pseudonym „T.O.N.I.“ und später auch als „Young Latino“. Im Jahr 2005 trat Blume unter dem Namen “Kollegah” beim Bundesländerbattle für Hamburg an und veröffentlichte sein erstes Mixtape, das “Zuhältertape“. Doch mit der Justiz kam der junge Rapper zunächst ungewollt in Berührung. 2007 sollte sein erstes Solo-Album mit dem Titel “Alphagene” über Selfmade Records erscheinen. Der Release wurde jedoch verschoben. Denn gegen Kollegah lief zu diesem Zeitpunkt ein Strafverfahren. Der Rapper war in Bad Kreuznach mit Amphetamin und Kokain erwischt und verurteilt worden. “Deutschlands einziger Zuhälterrapper” musste deswegen Sozialarbeitsstunden ableisten.

Trotzdem (oder gerade deswegen?) entschied sich der Rapper später für eine Backup-Karriere in der Justiz. Und begann im Jahr 2009 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Allerdings legte er sein Staatsexamen bis heute nicht ab….

Und sein Jurastudium hielt den Rapper auch nicht davon ab, auch weiterhin mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. 2013 soll er einen Gast nach einem Auftritt niedergeschlagen und dessen Bekannten das Nasenbein gebrochen haben. „Kollegah“ wurde deswegen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Das Amtsgericht Laufen hatte den Sänger 2014 mangels Beweisen freigesprochen. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren später vom Landgericht Traunstein gegen eine Geldauflage von insgesamt 46.000€ eingestellt. Doch damit nicht genug: Im November 2019 wurde Kollegah und sein Musiklabel „Alpha Music Empire“ wegen eines diffamierenden Liedtexts zur Zahlung von jeweils 50.000€ Schmerzensgeld an die Geissens-Töchter Shania und Davina verurteilt (LG Mannheim, Urteil v. 13.11.2019, Az. 14 O 173/19). Not cool, Kollegah!

“Fat Amy” hat einen Bachelor of Laws!

Rebel Wilson ist vor allem für ihre Rollen als das lustiges Mädchen von Nebenan wie beispielsweise Fat Amy im “Pitch Perfect” Franchise oder Brynn im Film „Brautalarm“ bekannt. Die heute 41-Jährige wurde in Sydney geboren. Was kaum eine:r weiß: Vor ihrer erfolgreichen Hollywood-Karriere legte Wilson einen kombinierten Bachelor of Arts und Bachelor of Laws an der University of New South Wales ab. Sie beschreibt sich selbst als “sehr ernsthafte und akademische” Studentin. Nach eigenen Angaben profitiert Wilson noch heute von ihrem Jurastudium. Zum Beispiel beim Aushandeln ihrer eigenen Verträge. Wie geschickt!

Rebel Wilson auf der Premiere von “A Few Best Men” in Sydney (WikimediaCommons, CC BY-SA 2.0)

Alexander Hold und Barbara Salesch

Das niveauvolle deutsche Fernsehen hat so einiges zu bieten. Und das ist auch gut so. Schließlich liegt uns der GEZ-Beitrag schwer auf der Tasche! Spaß beiseite: Deutsches Trash-TV ist kaum auszuhalten. Zu den Tiefpunkten der juristischen TV-Unterhaltung gehören dabei sicherlich „Richter Alexander Hold“ und „Richterin Barbara Salesch“ auf Sat.1. Bei beiden Sendungen handelt es sich um pseudo-dokumentarische Gerichtsshows, in der fiktive Gerichtsverhandlungen in Strafsachen dargestellt werden. Und dieser dokumentarische Charakter ist das größte Problem solcher Serien. Weniger versierte Zuschauer:innen könnten auf den naiven Gedanken kommen, dass es vor den deutschen Gerichten tatsächlich so abläuft…

Was die wenigsten wissen: Alexander Hold und Barbara Salesch haben sehr erfolgreich Jura studiert und arbeiteten viele Jahre in der Justiz. Wieso sich beide also für einen derartigen Schrott hergeben, werden nur sie selbst wissen. Hold studierte von 1983 bis 1989 unter anderem Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Von 1992 bis 1997 war er Staatsanwalt in Kempten (Allgäu) für Organisierte Kriminalität, Drogendelikte, Schleuserei, Zuhälterei, Menschenhandel und Glücksspiel. 1997 wurde Hold zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Von 2001 bis 2013 verfolgte er seine TV-Karriere als „Richter Alexander Hold“. Seit November 2018 ist er für die Freien Wähler Mitglied des Bayerischen Landtags. Barbara Salesch studierte in Freiburg im Breisgau, Hamburg und Kiel Rechtswissenschaften. Ab 1979 arbeitete sie als Staatsanwältin in Hamburg. Seit 1985 war Salesch als Richterin am Landgericht Hamburg für Rauschgiftkriminalität zuständig. Von 2000-2012 spielte sie für Sat.1 die „Richterin Barbara Salesch“.

Hot, hotter, Gerald Butler!

Viele von Euch werden Gerald Butler vor allem aus der Verfilmung von “300” kennen. Der 1969 in Schottland geborene Schauspieler kann aber noch auf viele anderen bekannte Rollen zurückblicken. Und auf eine Karriere als Anwalt! Wer hätte das gedacht! Nach eigenen Angaben war Butler ein hervorragender Jurastudent. Er legte sein Examen an der Universität Glasgow ab. Dort war er auf Grund seiner charismatischen Persönlichkeit und seines juristischen Scharfsinns bereits Vorsitzender der Law Society. Nach seinem Abschluss arbeitete Butler bei einer großen Anwaltskanzlei in Edinburgh. In Interviews erzählte Butler später, das Anwaltsdasein habe ihn deprimiert und desillusioniert gemacht. Wer kennt das nicht? Butler wurde von seiner Anwaltskanzlei gefeuert und entschied, sein Leben zu ändern. Er verwirklichte seinen Traum, Schauspieler zu werden. Und das sehr erfolgreich!

Bud Spencer – Ein Leben wie im Film

Bud Spencer (bürgerlich Carlo Pedersoli) wurde 1929 in Neapel geboren und verstarb 2016 in Rom. Der Italiener wurde nicht nur an der Seite von Terence Hill in zahlreichen Abenteuer- und Western-Komödien bekannt, er kann auch auf ein bewegtes Leben zurückblicken. 1946 begann Spencer ein Studium der Chemie. Während des Zweiten Weltkriegs entkam er bei einem Luftangriff auf San Lorenzo knapp dem Tod. Nach dem Krieg zog seine Familie nach Südamerika und Spencer musste sein Studium abbrechen. Dort arbeitete er als Fließbandarbeiter in Rio de Janeiro, als Bibliothekar in Buenos Aires und als Sekretär in der italienischen Botschaft in Montevideo. 1948 kehrte er nach Italien zurück und schrieb sich als 19-Jähriger in das Fach Rechtswissenschaften ein. 1957 schloss er sein Jurastudium nach nur sechs Semestern erfolgreich ab. Bud Spencer ist also einer von uns!

Gleichzeitig fröhnte Spencer seinem Hobby: Dem Schwimmen! Er wurde italienischer Meister über 100 Meter Freistil, die er 1950 als erster Italiener unter einer Minute schwamm. 1952 und 1956 nahm er sogar an den Olympischen Spielen teil! 1959 lernte er seinen späteren Filmpartner Mario Girotti kennen. Beide Schauspieler nahmen englische Künstlernamen an, um sich besser zu verkaufen. Das Duo Bud Spencer und Terence Hill war geboren! Und prügelte sich in den kommenden Jahren durch zahlreiche Filme!

Redaktion
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JURios. Kuriose Rechtsnachrichten. Kontakt: redaktion@jurios.de

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