Schwangere befährt alleine Fahrgemeinschaftsspur und bekommt Strafzettel

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Nachdem der US Supreme Court 2022 entgegen seiner eigenen „Roe gegen Wade“ Entscheidung aus dem Jahr 1973 entschieden hat, dass die US Bundesstaaten grundsätzlich extrem weitreichende Abtreibungsverbote erlassen dürfen, wehren sich einige Frauen in den Vereinigten Staaten auf kuriose Art und Weise.

So entschied eine Schwangere aus Texas, dass sie mit ihrem ungeborenen Baby die Fahrgemeinschaftsspur benutzen dürfe. Dabei handelt es sich um Straßenabschnitte, die nur von Fahrzeugen benutzt werden dürfen, die mit mehreren Personen besetzt sind. Brandy Bottone fuhr mit ihrem Pickup auf dem Central Expressway in Dallas, um ihren sechsjährigen Sohn abzuholen, als sie an einem Checkpoint von der Polizei angehalten wurde. Sie wurde gefragt, ob sie eine weitere Person im Auto dabeihabe. Das bejahte Bottone und zeigte auf ihren deutlich erkennbaren Babybauch. Der Beamte wies sie darauf hin, dass es zwei Personen außerhalb des Körpers sein müssten. Also beispielsweise sie und ihr lebendes Kind auf dem Rücksitz. Die 32-Jährige erklärte dem Polizisten, dass ihr ungeborenen Baby in Texas seit der Supreme Court Entscheidung als lebender Mensch gelte. Auch schon in ihrem Bauch. Der Polizist verwies Bottone daraufhin an einen Kollegen, der ihr einen Strafzettel in Höhe von 215 US-Dollar ausstellte. Gleichzeitig riet er ihr aber auch, juristisch gegen den Strafzettel vorzugehen.

Ein Fötus als Mensch?

Doch auch beim zuständigen Sheriff stieß Bottone auf taube Ohren. Sie betonte wiederholt, dass der Staat sich entscheiden müsse und nicht beide Wege gehen könne. Entweder gelte ihr Fötus als Mensch oder nicht. Das Dallas Country Sheriffs Department stand für einen Kommentar bisher nicht zur Verfügung. Amy O’Donnell, die Sprecherin der Texas Alliance for Life betonte jedoch, dass hier unterschiedliche Regularien zur Anwendung kämen. Während das texanische Strafgesetzbuch einen Fötus als Mensch anerkenne, sei dies im Texas Transportation Code wohl anders geregelt. Da der Fötus keinen eigenen Sitz im Auto in Anspruch nehme, gelte er nicht als zweite Person im Sinne der Fahrgemeinschaftsspur.

Damit will sich Bettone jedoch nicht zufriedengeben. Ihr Fall wird am 20. Juli vor dem zuständigen Gericht verhandelt. Nachdem Bottone eine Anwalt beauftragt hatte, wurde ihr Gerichtstermin auf unbestimmte Zeit verschoben.

Texas gehört zu den 13 Staaten, die sogenannte „Trigger-Verbote“ erlassen hatten, die jetzt, wo Roe vs. Wade gekippt wurde, automatisch in Kraft treten und Abtreibungen innerhalb von 30 Tagen nach dem Urteil verbieten. Das texanische Abtreibungsgesetz stammt aus dem Jahr 1925 und versetzt die Frauenrechte in dem US-Staat mit einem Schlag wieder zurück an den Anfang des 19. Jahrhunderts.


Fundstelle: https://www.washingtonpost.com/

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