Jurastudium: Wann soll ich mir den Habersack kaufen? Und lohnt sich ein Loseblatt-Abo?

Denkt man an Jurastudierende, hat man direkt ein bestimmtes Bild vor Augen, zu dem auch ein dickes rotes Buch gehört. Jurastudierende tragen es überall mit sich herum, haben verschiedene Taschen und Hüllen dafür und schützen es wie den heiligen Gral vor Regen und anderen Gefahren. Der Habersack – ehemals Schönfelder (zur Umbenennungsdebatte) – ist die Gesetzessammlung schlechthin und wird von Studierenden, Referendar:innen und praktizierenden Jurist:innen im Alltag genutzt.

Der Habersack umfasst als Sammlung 14.500 Gesetze aus den Bereichen des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts. Der Habersack erscheint (seit 2021 unter diesem Namen) im C.H. Beck Verlag als gebundenes Buch oder Loseblatt-Sammlung – inzwischen in der 191. Auflage.

Tipps fürs Jurastudium

Ab wann sollte man sich den Habersack zulegen?

Gerade in den Anfangssemestern werden oft die preisgünstigen Gesetzesausgaben von dtv im Taschenbuchformat empfohlen. Denn diese decken in den drei Basis-Texten zum Zivilrecht, Strafecht und öffentlichen Recht von der Zwischenprüfung bis zu den Großen Übungen alle wichtigen Gesetzestexte ab, die man für die Klausuren braucht. Die dtv-Texte sind zudem handlich, da die Seiten der dtv-Texte dicker sind und dadurch besser kommentiert und markiert werden können. Zudem sind die Gesetztestexte günstiger und leichter, wenn man diese jeden Tag mit in die Bibliothek nehmen möchte. Kauft man sich im ersten Semester alle drei dtv-Texte kostet das Set gerad einmal 36.70 Euro.

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Tipp: Je nach Uni gibt es verschiedene Kommentierungs-Vorschriften, also Regeln, wie man die Gesetzestexte markieren und mit Paragraphenverweisen kommentieren darf. Es kann sinnvoll sein, sich zwei Ausgaben der dtv-Texte zu besorgen. Eine “Schmuddel-Ausgabe”, in die man in den Vorlesungen alles reinkommentiert, was einem nützlich erscheint. Und eine Klausur-Ausgabe, in der nur die erlaubten Kommentierungen und Markierungen vorgenommen werden.

Den Habersack gibt es erfreulicherweise mittlerweile nicht nur als gedrucktes Werk, sondern auch als Gesetzesmodul digital abrufbar in der juristischen Datenbank beck-online, sodass man diesen auch bereits im Grund- und Hauptstudium am Laptop zum Lernen und Recherchieren verwenden kann.

Der Habersack sollte spätestens zu Beginn der Examensvorbereitung angeschafft werden, um sich mit dem Aufbau vertraut zu machen. Denn dieser ist in allen Bundesländern als Hilfsmittel zur juristischen Prüfung zugelassen. Und je früher man sich an das Blättern im Habersack gewöhnt, desto schneller ist man später in den Klausuren. Je nach Bundesland darf der Habersack zudem kommentiert und markiert und/oder ein Griffregister verwendet werden.

Das sogenannte DürckheimRegister (14,50 Euro) sind kleine Klebezettelchen, die bereits mit den wichtigsten Paragraphen beschriftet sind. Die Registerkleber werden am äußeren Rand des Habersacks angebracht, sodass ein “Register” entsteht. Alternativ kann man den Habersack natürlich auch mit eigenen Klebezetteln beschriften. Der einzige Nachteil: Aktualisiert man die Loseblatt-Sammlung muss man nicht nur alle Markierungen und Kommentierungen übertragen, sondern auf den ausgetauschten Seiten auch alle Registerzettel neu befestigen.

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Loseblatt-Abo, ja oder nein?

Der Habersack kann als gebundenes Werk (38 Euro) oder als Loseblattsammlung (28 Euro) erworben werden. Beide Ausgaben der Deutschen Gesetze sind inhaltlich identisch. Der einzige Unterschied: Die Loseblattsammlung kann auch mit einer sog. Ergänzungslieferungen oder auch Nachlieferungen genannt abonniert werden. Diese erhält man drei-bis viermal im Jahr, je nachdem, wie oft neue Gesetze erscheinen. Durch diesen Aktualisierungsservice ist der Habersack immer aktuell; es entstehen dadurch aber auch zusätzliche Kosten. Zwar kostet der Habersack dann nur noch 28 Euro, eine Nachlieferung kann jedoch zusätzlich zwischen elf und 30 Euro kosten. Statt das teure Abo zu wählen, kann man sich also genauso gut einmal im Jahr einen komplett neuen Habersack kaufen. Das ist meistens günstiger.

Außerdem ist die gebundene Sammlung ideal für diejenigen, die zunächst auf ein Ein-/und Nachsortieren von Ergänzungslieferungen verzichten wollen. Der Habersack muss dann, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, als gesamtes Buch nachgekauft werden. Je nach Prüfungsamt, kann die gebundene Ausgabe aber nicht als Hilfsmittel beim Examen zugelassen sein.

Tipp: Den Hinweisblättern zum Staatsexamen ist zu entnehmen, auf welchem Stand die Gesetze sein müssen. Das ist nicht (!!!) das Datum, an dem die Klausuren geschrieben werden, sondern meistens ca. ein halbes Jahr davor. Man muss also rechtzeitig mit dem nachsortieren aufhören!

Es ist letztlich wie so oft eine individuelle Entscheidung, welche Ausführung des Habersack man wählt. Um die Gesetzessammlung an sich kommt man ab einem gewissen Punkt im Studium sowieso nicht mehr herum.

Die einzige Alternative, die in manchen Bundesländern auch zum Examen zugelassen ist, sind die drei Gesetzesbände in den Deutschlandfarben aus dem Hause Nomos (“NomosGesetze”). Diese kostet inzwischen aber auch 72 Euro.

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Jana Borochowitsch
Jana Borochowitsch
Autorin, Studentin der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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