Sport im Jurastudium: Raus aus der Bib, rein in die Sportschuhe

Sport sollte im Jurastudium nicht vernachlässigt werden. Zwar wird auch das Jurastudium als Marathon bezeichnet, jedoch will nicht nur der Kopf, sondern auch der restliche Körper beansprucht werden. Durch regelmäßige Bewegung wird nach einem anstrengenden Tag in der Bibliothek oder dem Vorlesungssaal nicht nur Rückenschmerzen vorgebeugt; auch das Gehirn kann sich dabei entspannen und wird auf lange Sicht sogar leistungsfähiger.

Tipps fürs Jurastudium

Das Studium abwechslungsreich gestalten – mit erholsamen Lernpausen

Während des Jurastudiums wird man überflutet mit Informationen aus Vorlesungsmaterialien, Lehrbüchern, Skripten, Aufsätzen und vielem mehr. Besonders in einer Phase anfänglicher Studieneuphorie kann man sich schnell in der Fülle an Lese- und Lernstoff verlieren und läuft Gefahr, hinter Büchern zu versauern.

Doch nicht alles kann bis ins letzte Detail gelernt werden. Wichtig ist, sich Strukturwissen anzueignen und zielgerichtet zu lernen. Dazu gehört vor allem, die maximale Zeitspanne an Konzentration nicht zu überschreiten und genügend Pausen in den Lernalltag einzubauen[1]. Das Gehirn kann sechs Stunden am Tag wirklich konzentriert arbeiten – alles darüber hinaus ist Prokrastination oder Quälerei[2]. Man darf sich daher nicht unter Druck gesetzt fühlen von Kommiliton:innen, die in der Bibliothek zu wohnen scheinen, auch deren Gehirne arbeiten im Wesentlichen so wie das eigene.

Mit dem Richtwert von sechs Stunden täglicher konzentrierter Arbeit kann der Alltag im Jurastudium effizient und abwechslungsreich gestaltet werden – zum Beispiel mit einer Runde Sport zwischendurch.

Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit

Den Kopf frei kriegen

Beim Lernen wird der präfrontale Kortex, das Denkzentrum des Gehirns, besonders stark beansprucht. Jedoch ist es nicht unbegrenzt leistungsfähig. Bei Lernpausen, während der wir uns bewegen, wird hingegen der motorische Kortex, das Bewegungszentrum des Gehirns, aktiv. So verlagert sich die Hirnaktivität dorthin und das Denkzentrum wird entlastet[3]. Das kann man sich vorstellen wie bei einem Computer, dessen Arbeitsspeicher überlastet ist – nach einem Reset läuft alles wieder rund[4]. Sport macht also im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf frei.

Ausschüttung von Glückshormonen

Sport erhöht außerdem die Konzentration der Glücksbotenstoffe Serotonin und Dopamin im Körper, wodurch gleichzeitig Stresshormone besser abgebaut werden können[5]. Dopamin ist nicht nur ein körpereigener Stimmungsaufheller, es wird auch für wichtige kognitive Prozesse im präfrontalen Kortex gebraucht. Sinkt der Dopaminspiegel, lassen sodann Aufmerksamkeit, Konzentration und andere geistige Fähigkeiten nach[6].

Bessere Durchblutung des Gehirns

Außerdem wird durch körperliche Bewegung die Durchblutung des Gehirns gesteigert, welches so besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Dadurch fühlen wir uns wacher und sind aufmerksamer. Mit dem Anstieg der Durchblutung ist auch eine Zunahme der Produktion verschiedener Nervenwachstumsfaktoren verbunden, was sich wiederum positiv auf die Gedächtnisleistung auswirkt[7].

Was und Wo? HSP, Verein, Alltag

Wer anfängt zu studieren, der:dem eröffnet sich die wunderbare Welt des Hochschulsports (HSP). Die meisten Unis decken mit einem breiten Angebot von A-Z jegliche Wünsche nach altbekannten und exotischen Sportarten ab. Bei niedrigen Gebühren für Studierende und verschiedensten Uhrzeiten kann hier jede:r ein für sich passendes Angebot finden und dabei neue Kontakte, auch außerhalb der Jurakreise, knüpfen.

Wer nach einem Sportangebot sucht, das länger als die Kurslaufzeiten des HSP bestehen bleibt, sollte sich außerdem bei lokalen Sportvereinen umschauen. Die hier geknüpften Kontakte bleiben meist auch über die Studienzeit hinaus bestehen, da viele Vereinsmitglieder keine Studierenden (mehr) sind und daher nicht, wie die meisten Studierenden, nach einiger Zeit die Stadt des Studiums wieder verlassen. Vor allem beim Mannschaftssport im Verein muss man jedoch eine eventuelle Einschränkung der eigenen zeitlichen Flexibilität aufgrund fester Trainingszeiten in Kauf nehmen. Ein gutes Zeitmanagement sowie bewusste Prioritätensetzung sind hier erforderlich, um allen Verantwortungen in Verein und Studium gerecht zu werden.

Im Hinblick auf die körperliche Fitness sollte zudem die Alltagsbewegung nicht unterschätzt werden. Diese trägt mit einem nicht unwesentlichen Anteil zum täglichen Gesamtenergieumsatz des Körpers bei. So kann das tägliche Bewegungspensum auch ohne Schweißperlen auf der Stirn erreicht werden, etwa indem der Weg zur Uni (teilweise) mit dem Fahrrad oder zu Fuß statt mit dem ÖPNV gemeistert oder der Sitzplatz in der Bahn und am Schreibtisch gegen einen Stehplatz eingetauscht wird – und auch beim Putzen und Aufräumen werden ordentlich Kalorien verbrannt[8].

Fazit

Es lohnt sich also, gerade dann die Sportschuhe zu schnüren, wenn das Gefühl aufkommt, mit Lernstoff erschlagen zu werden – für ein erfolgreiches, abwechslungsreiches und gesundes Studium.


[1] Siehe hierzu auch: Diese sieben Arten von Ruhe brauchst Du für ein erfolgreiches Jurastudium – Jurios und Die 10 effektivsten Lernmethoden für Jurastudium und Referendariat – Jurios

[2]Vgl. bspw. https://www.wiwo.de/, zuletzt abgerufen am 27.12.2022; Barbara Lange, Jurastudium erfolgreich, 8. Aufl. 2015, S. 375.

[3] https://www.quarks.de/, zuletzt abgerufen am 05.12.2022

[4] Stefan Schneider in: https://www.zeit.de, zuletzt abgerufen am 05.12.2022

[5] https://www.quarks.de/, zuletzt abgerufen am 05.12.2022

[6] https://www.zeit.de/, zuletzt abgerufen am 05.12.2022

[7] Macht Sport schlau? – Wie sich Bewegung auf unser Gehirn auswirkt | Zentrale Betriebseinheit Sport und Bewegung (uni-siegen.de), zuletzt abgerufen am 27.12.2022

[8] https://www.studylife-balance.de/, zuletzt abgerufen am 27.12.2022

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