Was macht Al Capone in einem deutschen Gefängnis?

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Ja, du hast richtig gelesen. Al Capone in einem deutschen Gefängnis. Der kuschlige Bewährungshelfer auf vier Pfoten befindet sich allerdings weder wegen einer eigenen Straftat noch zum Spaß auf dem Weg der Resozialisierung.

Der Altdeutsche Schäferhund tritt also nicht in die Fußstapfen seines Namensvetters, dem berühmt berüchtigten Gangsterboss aus den 1920er und 1930er Jahren. Vielmehr arbeitet er mit Straftätern zusammen, sowohl mit Mördern als auch mit Betrügern. Da das kein leichter Job ist, ist er auch stets bereit, seine Zähne zu fletschen und zu knurren, sobald es ihm mal zu viel wird.

Al Capone absolvierte eine Weiterbildung zum Coach, um Straffälligen die Resozialisierung – also die Eingliederung in die Gesellschaft – zu erleichtern. Seine Hundeführerin Sabine Kubinski vom Stuttgarter Verein „PräventSozial“ bildete den Schäferhund aus. Sein Einsatzgebiet: Zurückmelden, wie der Straffällige auftritt, wirkt und welche Körpersprache er spricht. Zudem soll die Nähe zum Hund den Menschen, die jahrelang im Justizvollzug waren, dabei helfen, Vertrauen aufzubauen und auch unangenehme Gespräche, wie bspw. über die Tat, zu führen. So ist der Kontakt zum Tier oft ein „Eisbrecher“.

Therapiehunde als Hilfe zur Resozialisierung

Der Vierbeiner treibt in den Sitzungen mit den Straftätern Hundesport oder absolviert einen Hindernisparcours. Besonderer Fokus liegt dabei auf Insassen, die Bindungsprobleme haben und sich in dieser Hinsicht unsicher sind, beispielsweise weil die Bindungsabbrüche erlebt haben. Verhält sich Al Capone nicht kooperativ, ist schnell klar, dass mit dem Klienten etwas nicht stimmt. Menschen, die eine Affinität zu Hunden haben, profitieren von den positiven Wirkungen des Kontaktes mit Al Capone. Das Stresshormon Cortisol wird vermindert ausgeschüttet und dafür das „Kuschelhormon“ Oxytocin freigesetzt. Dadurch kann sich der Klient geborgener und sicherer fühlen, was letztlich bspw. auch Zeugenaussagen verbessern kann. Defizite im Bereich sozialer und emotionaler Kompetenzen sollen so verringert werden. Al Capone wird zwei bis drei Mal in der Woche eingesetzt.

In den Justizvollzugsanstalten Adelsheim, Bruchsal, Freiburg und Ravensburg werden bereits seit Jahren Tiere wie Hunde, Pferde, Rinder aber auch Tauben zu Therapiezwecken eingesetzt.Was sich zunächst nach Kuschelurlaub für die Straffälligen anhört, hat einen tieferen Sinn. Es handelt sich um eine richtige Therapie. Dabei spiele die Vergangenheit keine Rolle. Die Tat tritt völlig in den Hintergrund. Ziel ist es, die Allgemeinheit durch eine erfolgreiche Resozialisierung zu schützen und dem Straffälligen den Rückweg ins Leben zu erleichtern sowie ihn in die Gesellschaft einzugliedern.

Al Capone ist inzwischen sogar Instagram-Star. Unter die_mutmachen_ berichten Sabine Kubinski und ihre Kolleg:innen von der Arbeit der Therapie-Hunde.


Fundstelle: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/

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Sandra Kralj
Sandra Kraljhttps://sandrakralj.de/
Aktualisierung meiner Beschreibung: Sandra M Kralj ist Autorin, Weltenbummlerin und Rechtsanwältin sowie Strafverteidigerin im Herzen Stuttgarts. Kanzleiwebsite: https://mk-strafverteidigung.de/

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