Amerikanische Anwaltskammer fordert mehr Sicherheit und Unterstützung der US-Richterschaft

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Die American Bar Association (ABA) hat die US-Justiz aufgefordert, die Auswirkungen der hohen Arbeitsbelastung sowie gewalttätiger und traumatischer Vorfälle auf Richter:innen und Mitarbeitende in den Justizberufen zu untersuchen.

Die Resolution wurde nach einer Reihe von Drohungen und anderen Vorfällen verabschiedet, die sich gegen die US-Richterschaft richteten. Darunter beispielsweise die Verhaftung eines bewaffneten Mannes vor dem Haus des Obersten Richters Brett Kavanaugh. Als Beispiel wurde außerdem die Ermordung des Sohnes der US-Bezirksrichterin Esther Salas im Jahr 2020 angeführt. Er war von einem verärgerten Prozessbeteiligten im Heim der Familie in New Jersey tödlich angeschossen worden.

Die zunehmende Bedrohung von Menschen in Justizberufen hatte den US-Kongress bereits im vergangenen Jahr dazu veranlasst, den Daniel Anderl Judicial Security and Privacy Act zu verabschieden, um die persönlichen Daten von Richtern online zu schützen.

Mehr Maßnahmen gefordert

Diese Maßnahme reicht laut US-Anwaltskammer aber nicht aus. Die ABA fordert in ihrer Resolution außerdem Schulungen und andere Verfahren zu entwickeln, um Richter:innen und deren Familien eine professionelle, vertrauliche Zusammenarbeit mit den Sicherheitsteams der Gerichte zu ermöglichen.

Der psychischen Gesundheit der Richter:innen solle zudem mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Außerdem auch den anderen Mitarbeitenden in der Justiz und ihren Familien. Denn Traumata könnten nicht nur durch Bedrohungen und Anschläge ausgelöst werden, sondern auch durch Erfahrungen in den Gerichtsverfahren selbst. Beispielsweise bei komplexen Verurteilungen in Strafrechtsfällen, Scheidungen, Missbrauchsfällen und Ähnlichem.

Auch in Deutschland fordert der Richterbrund mehr Sicherheit für die Justizberufe. So sind Gerichtsgebäude hierzulande grundsätzlich frei zugänglich und Eingangskontrollen finden nicht in allen Bundesländern und nicht an allen Gerichten statt. Ein weiteres Problem: Nur drei Viertel der 16 deutschen Bundesländer führen eine entsprechende Statistik zu “sicherheitsrelevanten Vorfällen” an den Gerichten. Gleichzeitig nimmt auch die psychische Belastung in den Justizberufen – unter anderem auf Grund des Personalmangels – zu.


Fundstelle: https://www.reuters.com/

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