Londoner Jurastudentin spielt Gerichtsentscheidungen auf Tiktok nach

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Trierer Weinversteigerung, Katzenkönig und Reiten im Walde. Deutsche Jurastudierende lernen in ihrer Ausbildung eine ganze Reihe an Entscheidungen, die in die Rechtsgeschichte eingegangen sind und aus denen sich heute noch wichtige rechtliche Schlüsse ableiten lassen. Doch im Vergleich zum „common law“ ist die „Fallbelastung“ hierzulande noch harmlos. Schätzungen gehen davon aus, dass Jurastudierende in den USA und Großbritannien in ihrer Ausbildung über 1.000 Präzedenzfälle auswendiglernen müssen. Eine Studentin hat jetzt einen kreativen Weg gefunden, um sich all die Beispiele zu merken. Sie spielt die Fälle auf TikTok nach.

Annabel Field spielt in ihren Videos zunächst den Sachverhalt nach und erklärt schließlich die Entscheidung des Gerichts. Die Jurastudentin gibt an, dass sie persönlich sich die Fälle so viel besser merken kann. Denn die Fallbezeichnung – die aus den Namen der Beteiligten bestehen – seien oft wenig aussagekräftig und noch weniger einprägsam.

Field erzählt, dass sie die kleinen Videoclips zunächst nur für sich selbst gedreht habe. Beim Lernen habe sie sich eine Gerichtsentscheidung erarbeitet und diese dann in Videoform zusammengefasst. Vor den Klausuren konnte sie sich ihre eigenen Videos dann nochmals ansehen und so die Fälle und ihre Kernessenz wiederholen.

Mehr als Katzenvideos

Einen Teil dieser Videos hat Field inzwischen auf TikTok hochgeladen. Über die große Resonanz auf ihre Inhalte ist Field erstaunt. Sie habe positives Feedback von vielen Jurastudierenden, aber auch Dozent:innen und juristischen Laien erhalten. Zwar habe TikTok einen eher schlechten Ruf, weil die App vor allem junge Menschen dazu verleitet, stundenlang zu scrollen und viele qualitativ bedenkliche Inhalte zu konsumieren. Doch wer Fields Account folgt, kann sogar noch etwas dazulernen.

Der Ansatz ist nicht neu. Sich in vielfältiger Weise mit komplexen Themen zu beschäftigen und diese z.B. laut aufzusagen, in Theaterform nachzuspielen oder mit Freund:innen zu diskutieren, kann dabei helfen, diese ins Langzeitgedächtnis zu befördern.

Field betont zudem die Nützlichkeit der Sozialen Medien beim Networking – beispielsweise, indem man der Traumkanzlei auf LinkedIn folgt oder sich mit Hilfe eines Podcasts neue Themenfelder erschließt. Field schloss ein Studium der Geschichtswissenschaften erfolgreich ab und ist heute PGDL-Studentin am King’s College London.


Fundstelle: https://www.legalcheek.com/

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