Jeremy Clarkson, Diddly Squat Farm und das Baurecht

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Seit 2021 betreibt der bekannte britische Moderator und Autoexperte Jeremy Clarkson den Bauernhof „Diddly Squat Farm“ im Südwesten Großbritanniens. Dabei muss er sich nicht nur mit Starkregenereignissen, steigenden Düngerpreisen und neugierigen Nachbar:innen herumschlagen, sondern auch mit den örtlichen Bauvorschriften. Denn der „West Oxfordshire District Council“ ist überhaupt nicht begeistert von Clarksons Plänen, auf seinem Land auch noch ein Restaurant zu eröffnen….

Jeremy Clarkson ist den meisten Personen nur als Autofanatiker und Moderator des britischen Automagazins „Top Gear“ bekannt. Gemeinsam mit Richard Hammond und James May testet er Luxusautos, reist um die Welt und leistet sich dabei den einen oder anderen verbalen Ausfall. Schon 2008 kaufte Clakson rund 400 Hektar Farmland in den Cotsworlds, einer Gegend in Oxforshire.

Vom Autonarr zum Landwirt

2020 beschloss er, den darauf gelegenen Bauernhof selbst zu bewirtschaften und nannte ihn „Diddly Squat Farm“. Für die Zuschauer:innen der Amazon Prime Serie ist das äußerst unterhaltsam. Denn Clarkson verfügt über keinerlei Erfahrungen als Landwirt – ihm passieren in den inzwischen drei ausgestrahlten Staffeln viele kleine und größere Missgeschicke am laufenden Band. Unterstützt wird Clarkson unter anderem von einem Lohnarbeiter aus der Nachbarschaft, Caleb Cooper, sowie dem Ökonom Charlie Ireland.

Schnell ist Clarkson vom Anbau verschiedener Getreidesorten und Kartoffeln gelangweilt. Er beschließt deswegen, die Geschäfte der Farm zu expandieren – und hier beginnen auch die rechtlichen Probleme. Neben Schafen und Kühen beschließt Clarkson auch „Bee Juice“, also Honig zu produzieren. Um die Einnahmen zu steigern, baut er eine alte Scheune zu einem Hofladen aus, in dem die Produkte der Farm verkauft werden. Doch seine Freundin Lisa hat größere Pläne und nutzt den Hofladen unter anderem, um Merchandise und exotische Produkte wie Avocados zu vertreiben.

Das Problem: Die gesamte Farm ist Teil einer sogenannten „Area of Outstanding Natural Beauty (AONB)“. Und hier gelten neben allgemeinen bauplanungsrechtlichen Vorschriften weitere – deutlich strengere – Regularien.

Council “not amused”

In einem Bescheid gab der „West Oxfordshire District Council“ Clarkson auf, in seinem Farmshop ausschließlich Produkte zu verkaufen, die auf der Farm selbst oder in einem Umkreis von 16 Meilen produziert werden. Merchandise „made in china“ musste also genauso aus dem Farmshop verschwinden wie exotische Südfrüchte. Gleichzeitig musste er sich verpflichten, das Verkehrschaos rund um den Farmshop unter Kontrolle zu halten. Denn Fans aus der ganzen Welt hatten während den Öffnungszeiten des Farmshops zu einem Verkehrschaos mit langen Staus rund um „Diddly Squat Farm“ gesorgt. Clarkson selbst gibt in der Serie des öfteren zu: “I just didn’t think this through.”

Und damit noch nicht genug: Charlie Ireland prüfte die Eigentumsverhältnisse an dem Feld, auf dem der Farmshop gebaut wurde. Das Ergebnis: Clarkson gehöre nicht das ganze Feld. Insbesondere das Zugangstor stünde im Eigentum eines anderen. Clarkson habe zwar das Recht, das Feld von der Straße aus zu betreten und das Tor zu benutzen, allerdings “ausschließlich zur landwirtschaftlichen Nutzung“. Bevor ein Rechtsstreit über das Wegerecht entbrennen konnte, gab der Eigentümer der Torzufahrt Clarkson allerdings die Erlaubnis, diese auch für seinen Farmshop zu nutzen. Ganz entscheidend dürfte dafür mit Sicherheit der „Promistatus“ des neuen Nachbarn gewesen sein.

„Jeremy’s experience is a common one and highlights why it is important to be aware of any restrictions in your title deeds before you start planning works for a new development or change of use“, schreibt der Anwalt Charles Stent dazu.

Farm-Restaurant bleibt geschlossen

Während der Famshop (mit einigen Einschränkungen) weiter betrieben werden darf, steht das von Clarkson in Staffel zwei in einem alten Lammstall geplante Restaurant jedoch nach nur einem Monat bereits vor dem Aus. Das im Juli 2022 eröffnete Restaurant (das keinen Alkohol ausschenken durfte und ausschließlich Fleischgerichte servierte) wurde im August 2022 vom Council verboten. Die Entscheidung wurde – nach einer Anhörung – im März 2023 bestätigt.

Das Restaurant vertrage sich nicht mit der umliegenden „Area of Outstanding Natural Beauty“. Es gehe zudem weit über eine landwirtschaftliche Nutzung der Fläche hinaus. Außerdem verstärkte der Ansturm auf das Restaurant das Verkehrs- und Parkplatzproblem.

„Just because you have a good idea doesn’t mean it will get planning permission“, schreibt der Anwalt Neil Collar dazu.

Clarkson lässt sich von den vielen Rückschlägen jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Auch für Staffel drei (gestartet im Mai 2024) hat er viele neue Pläne. So betätigt er sich jetzt auch als Schweinezüchter. Das kann ja nur schiefgehen!


Fundstelle: https://www.localgovernmentlawyer.co.uk/

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