JurClip – Erklärvideos für den Pflichtstoff des ersten Staatsexamens

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Im Rahmen des Projekts “JurClip” fassen die Mitarbeitenden verschiedener juristischer Lehrstühle an der Universität Hannover den Pflichtstoff für das 1. Staatsexamen in kurzen Videos zusammen.

Die Videoreihe soll Studierenden neben den Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften eine zusätzliche, anschauliche Möglichkeit zur Befassung mit den examensrelevanten Inhalten bieten. „Das Ziel dabei ist es, Ihnen, neben klassischen Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften, eine zusätzliche Möglichkeit zu bieten, sich mit dem examensrelevanten Stoff zu befassen. Die Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften sollen dabei nicht ersetzt, sondern ergänzt werden“, heißt es auf der Website des Projekts.

Am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie (Frau Prof. Dr. Susanne Beck) wurden hierfür bereits über 50 Videos für das Strafrecht geschaffen. Ebenso fleißig war der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Wirtschaftsrecht (Herr Prof. Dr. Felipe Temming, LL.M.). Die zivilrechtlichen Videoclips befassen sich bisher mit dem Pflichtstoff aus dem Sachenrecht. Im Strafrecht sind sowohl Themen aus dem Allgemeinen Teil als auch Themen aus dem Besonderen Teil des StGB online.

Die Videos werden auf der Website von JurClip gesammelt dargestellt und verlinken auf Youtube. Alle Clips sind ca. 2-4 Minuten lang und stellen ein kurzes Thema mit der Hilfe kleiner Animationen, Grafiken und Symbole übersichtlich dar. Die Videos sprechen damit sowohl das verbale als auch das visuell-nonverbale Gedächtnis an. Für die Herstellung der JurClip-Videos wird das Videomaker-Programm „MySimpleShow“ verwendet.

Inverted-Classroom-Konzept meets Rechtsdidaktik

Damit lassen sich die Videos als eine weiche Umsetzung des sog. Inverted-Classroom-Konzepts verstehen. Dieses Konzept besagt, dass eine erste Aneignung von Wissen in der Vorveranstaltungsphase stattfindet, in der Veranstaltung das rezipierte Wissen weiter vertieft und schließlich durch Übung und Anwendung verfestigt wird. Ziel ist daher, dass die Studierenden die Clips bereits vor den jeweiligen Vorlesungen ansehen und dort dann eventuell Fragen dazu stellen können.

Nach Angaben der Juristischen Fakultät sind in dem Zeitraum von Mitte Oktober 2020 bis Mitte Februar 2021 ca. 6.000 Zugriffe auf die JurClip-Seite der Fakultät verzeichnet worden. Eine Umfrage unter den Studierenden ergab, dass 63,64 % der Studierenden die Lernvideos mit Illustrationen als eine wichtige Lernhilfe ansehen. 29,35 % hätten sogar Lust, bei der Herstellung der Videos mitzumachen.

Wie wichtig Visualisierung in der Rechtsdidaktik ist, darum geht es auch im Aufsatz „Visualisierung in der Rechtsdidaktik am Beispiel des Projekts ‘JurClip'” von Prof. Dr. Susanne Beck, LL.M. und Akad. Rätin a.Z. Dr. Georgia Stefanopoulou, LL.M. Darin stellen die Autorinnen das Projekt „JurClip“ vor und erörtern seine Wichtigkeit für die juristische Lehre. „Die Versinnbildlichung von abstrakten, dogmatischen Begriffen im Rahmen des Projekts „JurClip“ zielt darauf, eine duale Enkodierung von Begriffswahrnehmungen zu ermöglichen. Abstraktes Wissen soll einprägsamer werden“, so die Autorinnen.

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