Das Justizprüfungsamt Hamm hat eine Woche vor dem Beginn des ersten Staatsexamens bekanntgegeben, dass die Prüflinge ihre Klausuren nicht in Bielefeld, sondern in Hamm schreiben werden.
Ab Mittwoch den 11. Dezember findet der nächste Examensdurchgang im Bezirk des OLG Hamm statt. An diesem Tag schreiben die Kandidat:innen ihre erste Klausur im Zivilrecht. Der Durchgang endet planmäßig mit der letzten Klausur am 23. Dezember – nur einen Tag vor Weihnachten.
Am 04. Dezember gab das JPA Hamm den Kandidat:innen, die in Bielefeld ihre Klausuren ablegen sollten, überraschend bekannt, dass sie die sechs Klausuren stattdessen in Hamm schreiben werden. Das Schreiben ligt der JURios-Redaktion vor.
Die Kandidat:innen sind von diesem Vorgehen völlig überrumpelt. Insbesondere deswegen, weil noch der November-Durchgang seine Klausuren ebenfalls in Bielefeld geschrieben hatte. Für die Betroffenen erhöhen sich die Anfahrtszeiten – je nach Wohnort – um bis zu eine Stunde.
Will das JPA Hamm einem erneuten Toiletten-Gate vorgreifen?
„Für mich ist nicht verständlich, warum den Studierenden keine Alternativräumlichkeiten in Bielefeld geboten werden können“, schreibt eine Betroffene JURios. „Stattdessen haben wir jetzt einen erhöhten Zeit-, Kosten- und Stressfaktor.“
Ein betroffener Student, dessen Fahrtzeit sich aufgrund der Raumänderung verdoppelt, teilte JURios mit, dass er spontan versuchen würde, ein Hotel in Hamm zu finden. Die günstigen Zimmer in Prüfungsnähe seien aber natürlich schon belegt.
Als Begründung für die kurzfristige Änderung gibt das JPA Hamm in seinem Schreiben lapidar „bauliche Gründe“ an. Haben die Kandidat:innen im November also eventuell in baufälligen Gebäuden geschrieben? Uns würde es nicht wundern. Denn erst im Oktober 2024 musste eine Klausur in Bielefeld abgebrochen werden, weil eine überlaufende Toilette den Klausurraum geflutet hatte. Das Wasser stand knöcheltief auf dem Gang und im Raum. Wir hoffen, dass den Prüflingen in Hamm wenigstens funktionstüchtige Toiletten geboten werden. Das wäre eine schöne Abwechslung – und ein echtes Weihnachtswunder.
Update: Prüfungsort im 2. Examen während laufender Kampagne verlegt
Am 05 Dezember wurde bekannt, dass der Prüfungsort im zweiten juristischen Staatsexamen durch das JPA Hamm während der laufenden Kampagne verlegt wurde. Die Prüflinge, die bisher nach Bielefeld gereist sind, um Ihre Klausuren abzulegen, müssen jetzt ebenfalls nach Hamm reisen. Dies wurde ihnen am Ende der dritten Klausur im Zivilrecht mitgeteilt.
Es ist das aller erste Mal, das eine Justizprüfungsamt auf die Idee kommt, den Prüfungsort nicht Wochen (oder gar Monate) im Voraus bekanntzugeben, sondern ihn sogar noch während der laufenden Klausuren zu ändern. Die baulichen Mängel in Bielefeld müssen enorm sein – wie konnte das JPA diese übersehen?
Examenpannen aus dem Jahr 2025
- Erstes Staatsexamen Bayern: 124 Prüflinge erhalten keine Ladung zur Mündlichen
- Kandidat nachträglich durchgefallen: GJPA Berlin/Brandenburg veröffentlicht 16x die falsche Note
- Toiletten-Debakel in NRW immer noch nicht behoben
- Niedersachsen: Notwendige Gesetze nicht in erlaubten Hilfsmitteln abgedruckt
Examenspannen aus dem Jahr 2024
- Landesjustizministerien sehen auf der JuMiKo keinen Reformbedarf
- Studie: Durchschnittliche Notendifferenz bei Juraklausuren beträgt über 6 Punkte
- VGH Mannheim verdonnert LJPA Baden-Württemberg zur Neubewertung zweier Klausuren
- Server-Crash bei zweitem Staatsexamen in Mannheim
- Tübingen, Heidelberg und Freiburg verweigern Einführung des integrierten Bachelors
- AKJ Tübingen fordert Vorlesung zum NS-Unrecht an der rechtswissenschaftlichen Fakultät
- Bayern legt seinen Referendar:innen ein “Tauchverbot” auf
- Technische Probleme beim E-Examen in Bayern
- LJPA Bayern ordnet Schreibzeitverlängerung an, die es selbst nicht für ausreichend hält
- Abtasten vor Examensklausur – Jurastudent klagt gegen Vorgehen des LJPA Bayern
- JPA Hessen ändert Prüfungsort sechs Wochen vor dem Staatsexamen
- JPA Hessen druckt Lösung versehentlich in Staatsexamensklausur ab
- JPA Hessen: Fünf fünfstündige Klausuren in fünf Tagen
- JPA Hessen: Staatsexamen zu viel Arbeit
- LJPA Celle geht gegen Referendarin vor, die die Musterlösung “zu gut” getroffen hat
Examenspannen aus den Vorjahren
- Schleswig-Holstein: zweite Strafrechtsklausur im Staatsexamen kommt!
- Schnitt von vier Punkten im Staatexamen und trotzdem durchgefallen!
- Justiz NRW wirbt mit peinlicher “Amtsfluencerin” um Nachwuchs
- Die Zweitkorrektur im Staatsexamen – findet die eigentlich statt?
- Das Seminar „Liebschaften am Arbeitsplatz“ sorgte bei Studierenden der LMU München für Unmut
- LJPA Hessen lädt falsche Person per Mail zur mündlichen Staatsexamensprüfung
- FU Berlin streicht Professur für Strafrecht und Geschlechterforschung
- Heidelberg und Tübingen entfallen als Prüfungsstandorte im juristischen Staatsexamen
- Bayern streicht zwei Prüfungsorte für das Zweite Staatsexamen
- Geplante Änderung der JAPO in Rheinland-Pfalz: Ein zweischneidiges Schwert
- Verwirrung um Anrechnung der E-Klausuren in NRW
- Ruhetage im ersten juristischen Staatsexamen entfallen bundesweit?!
- Diskriminierungsfalle mündliche Staatsexamensprüfung: Sechs Forderungen für eine gerechtere Prüfungspraxis
- Ein Jahr JAG-Reform in NRW: Warten auf den Fortschritt
- Unfaire Examensnoten im Jurastudium: Eine Reform der Ausbildung, die nicht länger warten kann
- Bremen will Verbesserungsversuch im Ersten Staatsexamen für diejenigen ohne Freischuss streichen!
- Hamburger Rechtsreferendar:innen fordern 2.800 Euro brutto für Referendariat in der Hansestadt
- Jura Uni Freiburg – Hausarbeit nach drei Wochen Bearbeitungszeit zurückgenommen, weil Lösung online kursiert
- Jurastudium: Warum es falsch ist, dass Prof’in Chiusi von einem “Loser-Bachelor” spricht
- Rechtsreferendariat: Kein Anspruch auf marktübliche Vergütung beim Sitzungsdienst
- Münster: Fachschaft fordert zweite Klausurenphase statt Quarantäne für das Jurastudium
- Aktivist der rechtsradikalen Partei “Der III. Weg” darf Volljurist werden
- Examenskandidat:innen in Düsseldorf müssen Dixi-Klos benutzen
- Der “Rechts-Professor”: AfD-Politiker Weber kehrt als Juraprofessor an die Uni Greifswald zurück
- Erstes elektronisches Juraexamen in RLP – auf Hochzeits-Holzstühlen!
- Prüfling bei Staatsexamen in Bonn zusammengebrochen – Klausur lief weiter
- Zweites Staatsexamen in Mannheim abgebrochen – erneute Nachklausur!
- DER Anwalt und DIE Zahnarztgattin – Offener Brief des Fachschaftsrats der Europa-Universität Viadrina
- Massive Einsparungen an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Hamburg
- LJPA Stuttgart: Erneute Pannen bei Nachklausur für Pannen-Klausur
- OVG rüffelt JPA Hamm: Zu wenig Juraprofessor:innen als Korrektor:innen im Staatsexamen
- Bibliothek der HU Berlin bleibt für Jurastudierende geschlossen
- Jura-Hausarbeit landet in Beirut statt Bayreuth
- Jura-Examensklausur in Köln nach Feueralarm abgebrochen


