Eine Deutsche Millionenbetrügerin, die auf Mallorca ihren Tod vorgetäuscht hatte, um einem Gerichtsprozess zu entgegen, wurde wegen ihres seltenen Riesenpudels enttarnt. Was klingt wie eine skurrile Krimiserie, ist einer der kuriosesten True-Crime-Fälle der letzten Jahre.
Der Hintergrund: Eine selbstständige Steuerberaterin arbeitete von 2009-2019 dort, wo andere Urlaub machen – nämlich auf Mallorca. Die Solarfirma, für die die Deutsche arbeitete, überwies ihr 2,5 Millionen Euro. Eigentlich sollte die Steuerberaterin das Geld einsetzen, um die Steuerschulden des Unternehmens zu begleichen. Doch stattdessen überwies sich die Steuerberaterin einfach 2,3 Millionen auf ihr eigenes Konto. Und verschwand.
Neue Frisur, neue Haarfarbe, gleicher Hund
Nachdem der Betrug aufgefallen und von der Solarfirma angezeigt worden war, sollte 2020 der Prozess gegen die Deutsche auf Mallorca stattfinden. Am ersten Prozesstag erschien stattdessen jedoch die Schwester der Angeklagten und legte eine Sterbeurkunde vor. Darin wurde bescheinigt, dass die Angeklagte in Rostock bei einem Autounfall verstorben sei.
Dem schenkte die Solarfirma jedoch keinen Glauben. Und beauftragte einen Privatdetektiv damit, die abtrünnige Steuerberaterin ausfindig zu machen. Die Frau wurde dann tatsächlich auch quicklebendig im Ort Santa Ponça gefunden. Verraten hatte sie ihr seltener Riesenpudel. Die Frau lebte mit ihrem Partner in einer Millionenvilla – inklusive neuer Frisur und Haarfarbe. Von ihrem auffälligen Hund hatte sich die Frau jedoch nicht trennen wollen. Dieser wurde ihr schließlich zum Verhängnis.
Letztendlich wurde die 51-Jährige zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sie zahlte insgesamt 1,3 Millionen Euro zurück.
Fundstelle: https://rsw.beck.de/


