Alle Studieninteressierte stehen irgendwann vor der Frage: Was soll ich studieren – und wo? Bei mir war das nach dem Abitur ungefähr im Mai/Juni 2023 der Fall. Was ich studieren wollte, stand für mich eigentlich schon seit dem Kindergarten fest und hat sich über die Jahre nur gefestigt. Die viel schwierigere Frage war: Wo?
Zunächst zog es mich an die MLU-Halle, in der ich auch für ein paar Monate immatrikuliert war, weil ich gebürtig aus Magdeburg komme und meine Familie in der Nähe wohnt – ich wollte möglichst nah bei ihnen bleiben. Doch dann stieß ich zufällig auf Werbung für die BSP-Business and Law School in Berlin – und war direkt neugierig. Ein Freund motivierte mich, mich einfach zu bewerben. Daraufhin wurde ich eingeladen: Es gab einen Einstellungstest (ähnlich wie ein IQ-Test plus ein Aufsatz zu einem Thema) sowie ein Kennenlerngespräch mit Prof. Dr. Thiele. Der Test lief gut und das Gespräch war großartig – es wurde sich viel Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten. Auch das Thema Finanzierung wurde offen angesprochen. Immerhin: 1.050 € monatlich sind kein Pappenstiel, aber die BSP weiß das und bietet deshalb Beratung zu verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten an, die meiner Meinung nach wirklich gute Optionen bieten.
Nach dem Gespräch wurde mir noch der Campus gezeigt, und man hat noch ein wenig mit dem Prof. geplaudert. Ich fühlte mich von Anfang an sehr herzlich empfangen – und habe mich direkt in diesen Ort und den besonderen Flair verliebt.
Was die Uni an fachlichen Vorteilen bietet: Integrierter LL.B., familiäre Atmosphäre, viel Support
An der BSP studiert man aufs Staatsexamen, hat aber in der Regel nach dem 6. Semester auch direkt den LL.B. Der nimmt einem natürlich ein wenig die Angst, am Ende mit nichts da zu stehen. Auch wenn viele staatlichen Universitäten den integrierten Bachelor inzwischen eingeführt haben, ist das Studium aln der BSP beispielsweise für bayerische Studierende, wo es den integrierten LL.B immer noch nicht gibt, eine echte Alternative.
Wie in der Schule, gibt es einen festen Stundenplan, an den man sich wegen der Anwesenheitspflicht, von mind. 60 Prozent, auch halten muss. An den meisten staatlichen Universitäten gibt es hingegen keine feste Anwesenheitsquote. Das hat Vorteile aber auch nachteile. Ich bin froh, dass ich an der BSP automatisch zu Prüfungen angemeldet werde. Ich muss mich also nicht selbst um Anmeldefristen kümmern, sondern kann mich voll aufs Lernen konzentrieren.
Eine der größten Pluspunkte gegenüber staatlichen Unis sind aber mit Sicherheit die kleineren Gruppen. Wir sind aktuell im vierten Semester 18 Studierende. Dadurch ist man keine anonyme Matrikelnummer, sondern wird direkt mit Namen angesprochen. Auch Freundschaften entstehen schneller, und nach meinem Eindruck ist der Konkurrenzkampf deutlich geringer als an großen staatlichen Unis. Stattdessen unterstützt man sich gegenseitig. Ich selbst leite zum Beispiel zweimal wöchentlich eine Lerngruppe im Zivilrecht, andere Kommiliton:innen bieten Ähnliches für andere Rechtsgebiete an. Auch der Austausch zwischen höheren und niedrigeren Semestern ist einfach, da im höheren Semester noch weniger sind und im unteren auch nur 40 Studierende.
Dadurch hat man auch einen direkteren Draht zu den Professor:innen. Die meisten Dozierenden sind fast jederzeit digital erreichbar. Wenn mir beim Lernen eine Frage kommt, reicht meist eine Nachricht über Teams und oft folgt innerhalb weniger Stunden eine hilfreiche Antwort. Zudem kann man auch vor und nach jeder Vorlesung zu den Dozierenden gehen und persönlich Fragen stellen. Durch die eher familiäre Atmosphäre kennt man die Lehrenden persönlich – und das sind teilweise wirklich bekannte Persönlichkeiten. Zum Beispiel Dr. Carl-Wendelin Neubert (Mitgründer von Jurafuchs), Prof. Dr. Alexander Thiele (Prorektor, bekannt für seine Veranstaltungen in der Urania, bei denen u.a. Politiker*innen wie Ricarda Lang oder Philipp Amthor zu Gast waren) oder Prof. Dr. Martin Fries (Aka Jurapodcast), dessen YouTube-Videos mich schon für die mündliche Rechtskundeprüfung im Abi begleitet haben. Jetzt selbst bei ihm in der Vorlesung zu sitzen, ist für mich ein echtes Highlight. Zudem hat man des Öfteren auf etwaigen Veranstaltungen (z.B. Gastvisits bei Kanzleien, Tagungen) die Chance sich mit ganz vielen spannenden Persönlichkeiten der Juristerei zu vernetzen.
Viele kleine Goodies erleichtern das Lernen: Jurafuchs, Klausurenkurs, Mitsprache
Zu den netten, kleinen Goodies zählt ein Premiumzugang zur Lern-App „Jurafuchs“ sowie einen Office-365-Account inklusive Uni-Mailadresse (die Mailadresse gibt es natürlich an allen Unis). Beides erleichtert das Studium enorm, wenn man mal schnell eine Definition oder ein Schema braucht, ist Jurafuchs perfekt und ein Jurastudium ohne Jurafuchs kann und will ich mir nicht vorstellen. Und weshalb Office-365 in einem Jurastudium enorm wichtig ist, ist wohl selbsterklärend.
Unsere Fakultät ist noch jung – deswegen können wir Studierende aktiv an der Gestaltung mitwirken. Wünsche zum Stundenplan werden i.d.R berücksichtigt, und unsere fast immer erreichbare Studienkoordination hat immer ein offenes Ohr für Anregungen. Auch mit Sorgen und Ängste ist man nicht allein, sondern es gibt eine Studienkoordinatorin, die rundum die Uhr für einen da ist, wenn man Gesprächsbedarf hat. Das heißt, man fühlt sich nie mit seinen Problemen allein gelassen. Generell gibt es auch öfters Veranstaltungen, die den Studierenden gezielt zeigen, wie man mit der psychischen Belastung im Jurastudium umgehen könnte.
Zudem können wir Studierende jeden Donnerstag von 8-13 Uhr eine Examensklausur unter nahezu real Bedingungen schreiben und zur Bewertung abgeben. 13.45 erfolgt dann die Auswertung und spätestens am Abend, erhält man dann direkt seine korrigierte Klausur zurück. So erhält man recht früh einen Eindruck, welche Examensnote einen erwarten könnte. Und lernt bereits in unteren Semestern, mit dem Umfang des Examens, umzugehen.
Ab kommendem Semester eröffnet die BSP eine Jura Fakultät am Standort Hamburg (JURios berichtet). Künftig können also Studierende unkompliziert zwischen den Standorten wechseln, da überall nach dem gleichen Studienplan unterrichtet wird – etwa, wenn sie sich für einen bestimmten Schwerpunktbereich an einem anderen Standort besonders interessieren.
Nichts ist perfekt, natürlich hat die BSP auch ein paar Nachteile:
Da die Fakultät noch jung ist, gibt es bislang keine Absolvent:innen. Niemand weiß also genau, wie sich die Ausbildung langfristig auf die Examensnoten auswirkt, wobei sich die Lehre qualitativ hochwertig anfühlt und der Examensklausurenkurs ein wenig diese Unsicherheit schmälert.
Die Bib ist leider eher klein, hat noch keine große Auswahl an Literatur und ist nur von Mo–Fr, 8–19 Uhr geöffnet. Daher lerne ich oft in anderen Bibliotheken, z. B. an der FU oder der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz. Mit den großen Unibibliotheken oder juristischen Seminaren an einer staatlichen Uni kann die BSP (noch?) nicht mithalten.
Ein Privatstudium gilt außerdem schnell, als „gekauftes Examen“, was die eigene Leistung unfairerweise schmälert, da man am Ende das gleiche Staatsexamen schreibt wie jene, die an einer öffentlichen Uni studieren. Andererseits spielt der Studienort bei der späteren Berufssuche lange keine so große Rolle wie beispielsweise in den USA.
Außerhalb des Fachlichen: Was sonst noch zählt
Außerhalb der Fachlichen Vor-und Nachteile, bietet die BSP ein paar gute Zusätze:
Jährlich gibt es Sommer- und Winterfeste mit Musik, Tanzfläche, Snacks und Getränken – ein schönes Get-together für alle Studierenden und Mitarbeitenden. Auch wird jährlich ein Volleyballturnier veranstaltet, an dem jeder teilnehmen kann.
Zu Semesterbeginn kann man sich außerdem für verschiedene Kurse anmelden: Rhetorik, Word, Excel, PowerPoint, LinkedIn-Optimierung und vieles mehr. Übrigens: Auch Yoga wird angeboten. Zudem hat man die möglichkeit, seine Hobbys in der Uni auszuführen, so leite ich zum Beispiel regelmäßig zusammen mit anderen Studierenden den Debattierclub der BSP mit dem wir auch regelmäßig an Turnieren teilnehmen. Aber es gibt natürlich auch weitere Gruppen mit eigentlich jedem etablierten Hobby. Andererseits haben auch die staatlichen Unis oft eine große Auswahl an Unisport-Kursen zu bieten, sodass dies sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal der BSP ist.
Alles in allem hat die BSP für mich deutlich mehr Vorteile als Nachteile. Sie erleichtert das ohnehin fordernde Jurastudium – und macht daraus für mich eine Zeit, die nicht nur lehrreich, sondern auch richtig schön ist. Ich bin überzeugt: Diese persönliche Atmosphäre hätte ich an einer großen staatlichen Uni so nicht gefunden.


