Mitte August veröffentlichte das Bundesamt für Justiz die Ausbildungsstatistik für das Jahr 2023 mit Zahlen rund um das Erste und Zweite Juristische Staatsexamen.
Im Jahr 2023 haben etwas mehr Studierende das Erste Examen bestanden als im Vorjahr. Insgesamt erreichten 9.217 Personen den erfolgreichen Abschluss. Seit den 1990er Jahren nimmt die Zahl der Absolventinnen und Absolventen sowohl des Ersten als auch des Zweiten Staatsexamens allerdings kontinuierlich ab.
Die durchschnittliche Studiendauer lag bei rund zehn Semestern. Etwa ein Drittel der Prüflinge fiel jedoch durch, da nur 72,5 % die staatliche Pflichtfachprüfung bestanden – dieser Wert bleibt konstant hoch. Der Frauenanteil unter den erfolgreichen Absolventen lag bei 58,8 %.
Wie in jedem Jahr fielen die Noten im Schwerpunkt besser aus als im staatlichen Teil des Examens. Die Bestehensquote lag bei 97,5 %. 38,5 % der Prüflinge erzielten dabei „vollbefriedigend“ oder bessere Noten.
Regionale Unterschiede bei Studiendauer und Noten
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bei der Studiendauer und den Prüfungsergebnissen sind auffällig. In Schleswig-Holstein dauert das Jurastudium durchschnittlich nur 7,4 Semester, während es im Saarland 14,5 Semester in Anspruch nimmt. Auch der Frauenanteil variiert stark: In Mecklenburg-Vorpommern liegt er bei 47,8 %, während in Bremen 67,9 % der erfolgreichen Prüflinge Frauen sind.
Bei der Notenverteilung gibt es ebenfalls klare regionale Unterschiede. In Sachsen-Anhalt erzielten 51,8 % der Studierenden „vollbefriedigend“ oder bessere Noten, während in Mecklenburg-Vorpommern nur 20,9 % ein Prädikatsexamen ablegten. Insgesamt erhielten 38,5 % der Prüflinge bundesweit die Note „vollbefriedigend“ oder besser. Das „sehr gut“ bleibt auch hier eine seltene Ausnahme, mit nur 0,4 % der Absolventen, die diese Bestnote erreichten.
Auch beim Zweiten Examen gab es regionale Unterschiede. 21,2 % der erfolgreichen Prüflinge konnten ihr Referendariat mit den Noten „vollbefriedigend“, „gut“ oder „sehr gut“ abschließen. Die Bestnote „sehr gut“ wurde dabei nur in 0,1 % der Fälle vergeben. Das Rechtsreferendariat beendeten 2023 insgesamt 8.358 Personen erfolgreich. Die Bestehensquote lag bei 87,9 %. Der Anteil der Frauen unter den erfolgreichen Absolventen blieb mit 57,7 % nahezu konstant.


