Im US-Bundesstaat Minnesota ist der 72-jährige Robert Phillip Ivers verhaftet worden, nachdem er gedroht hatte einen Bundesrichter zu töten. Das teilte das amerikanische Justizministerium am 3.September 2025 mit. In der öffentlichen Bibliothek druckte Ivers ein 236 Seiten langes Manifest „How to Kill a Federal Judge“, das er teilweise den Bibliotheksangestellten präsentierte. Ebenfalls verteilte er in der Bibliothek Flyer, die sein Werk Extremisten empfiehlt, „wie man plant, trainiert, jagt, verfolgt und tötet, jeden einschließlich Richter, deren Familienmitglieder, Politiker und mehr!“ Das Manifest enthält auch Drohungen gegen deren Haustiere.
Gewalttaten schocken Minnesota
Schon einige Tage zuvor war Ivers einer örtlichen Kirchengemeinde negativ aufgefallen, die ihn wegen „besorgniserregendem Verhalten“ meldete. Aufgrund dieser Vorfälle erhob die Staatsanwaltschaft bereits Klage gegen ihn. Und zwar wegen umfangreicher Morddrohungen gegen einen Bundesrichter sowie weiterer Delikte.
Dass Ivers so schnell verhaftet wurde ist wohl den jüngsten Gewalttaten im Bundesstaat geschuldet. Zuletzt war im Juni eine der ranghöchsten demokratischen Mandatsträgerinnen, Melissa Hortman sowie ihr Ehemann, getötet worden. Außerdem fanden in den vergangenen Monaten einige Amoklaufs an Schulen statt.
Der derzeitig zuständige Staatsanwalt Joseph Thompson äußerte sich dazu wie folgt: „In einer Zeit, in der Minnesota unter Gewalttaten leidet, ist das Letzte, was wir brauchen, jemand, der Angst in unsere Kirchen, Bibliotheken und Gerichte trägt. Nach den letzten Monaten nehmen wir keine Risiken auf die leichte Schulter. Wenn jemand unserer Gemeinschaft droht, glauben wir ihm – und wir werden rasch handeln, um die Menschen Minnesotas zu schützen.“
Keine direkten Waffenfunde beim Angeklagten
Daheim fand man bei Ivers weitere Listen mit Bundesrichtern, ein Foto des früheren Papstes mit ausgekreuztem Gesicht und eine Kopie des sogenannten „Anarchist Cookbook“. Das Anarchist Cookbook ist ein 1971 erschienenes Buch von William Powell, das Anleitungen enthält, wie man zu Hause mit einfachen Mitteln Sprengstoffe, Waffen, illegale Drogen usw. herstellt. Zwar fand die Polizei bei Ivers keine echten Waffen, allerdings eine Spielzeugnachbildung einer Schusswaffe und ein Karton mit Feuerwerkskörpern. Das amerikanische Justizministerium erklärte, das Manifest richte sich gegen alles, was Ivers als Unrecht empfinde und beschreibe seinen Wunsch nach Rache.
Der Angeklagte war bereits in der Vergangenheit verurteilt worden, weil er gedroht hatte, einen Bundesrichter zu töten. In seinem Manifest findet sowohl der Name des Richters, den er bedroht hatte, als auch desjenigen Richters, der ihn verurteilte.
Kurios: Obwohl er am 3. September festgenommen wurde, erfolgte eine weitere Festnahme zwei Tage später. Denn am ursprünglichen Tag der Festnahme klagte er darüber, einen Herzinfarkt zu erleiden und er wurde ins Krankenhaus gebracht. Dieses entließ ist sodann in derselben Nacht.


