231 Jurastudierende erhalten E-Mail mit falscher Prüfungsabsage

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Ein technischer Fehler hat bei zahlreichen angehenden Jurist:innen in Großbritannien für Aufregung gesorgt: 231 Kandidat:innen des Solicitors Qualifying Examination (SQE) erhielten irrtümlich eine Mitteilung, ihre Prüfungsplätze für die anstehenden SQE2-Klausuren im Oktober seien storniert worden – obwohl sie selbst keine entsprechende Anfrage gestellt hatten.

Die E-Mails trafen gegen 19:30 Uhr ein – zu einem Zeitpunkt, als die telefonische Hotline von Kaplan bereits geschlossen war. Eine sofortige Klärung war somit nicht möglich. Im Online-Portal des SQE wurde die Buchung mancher Betroffener tatsächlich als „storniert“ angezeigt, was die Unsicherheit der Kandidat:innen weiter verstärkte. Darüber berichtete als erstes die juristische Nachrichtenseite Legal Cheek.

In Online-Foren wie Reddit versuchten die Betroffenen herauszufinden, ob die E-Mail echt und ihre Prüfung tatsächlich storniert sei. „Hat gerade noch jemand eine E-Mail erhalten, dass die schriftliche Prüfung abgesagt wurde?!“, schrieb eine entsetzte Nutzerin. „Ich habe sie definitiv nicht storniert und auch keinen Kontakt mit dem Anbieter gehabt.“ Andere Studierende bestätigten ähnliche Nachrichten.

Ein Systemfehler war schuld

Am nächsten Morgen reagierte Kaplan mit einer offiziellen E-Mail an die betroffenen Kandidatinnen und Kandidaten. Darin entschuldigte sich das Unternehmen für die „fälschlicherweise systemgenerierte Nachricht“ und versicherte, dass alle Prüfungen wie geplant stattfinden werden. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber Legal Cheek:

„Gestern kam es im Zuge von Systemanpassungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit bei der Prüfungsdurchführung zu einem Fehler, durch den 231 Kandidaten irrtümlich informiert wurden, ihre Plätze für die SQE2-Prüfung im Oktober seien storniert worden. Heute Morgen haben wir alle Betroffenen darüber informiert, dass sie die Nachricht ignorieren können und ihre Buchung weiterhin besteht. Wir entschuldigen uns aufrichtig für diesen Fehler und die dadurch verursachte Verunsicherung.“

Wer als Solicitor arbeiten will, muss hier durch!

Beim Solicitors Qualifying Examination (SQE) handelt es sich um eine zweiteilige Prüfung, die man bestehen muss, wenn man in Großbritannien als Solicitor arbeiten will. Ein Barrister vertritt Mandanten vor Gericht und ist auf die Prozessführung spezialisiert, während ein Solicitor hauptsächlich beratend tätig ist, Mandanten direkt betreut und die meisten rechtlichen Angelegenheiten außerhalb des Gerichts regelt.

In Großbritannien ist der private Anbieter Kaplan von der Solicitors Regulation Authority (SRA) beauftragt worden, das SQE durchzuführen. SQE1 testet juristisches Wissen in Multiple-Choice-Form, während SQE2 praktische Fähigkeiten wie Mandanteninterviews, Aktenbearbeitung und schriftliche Stellungnahmen prüft. Kaplan ist für die Organisation, Durchführung und Bewertung beider Prüfungsteile verantwortlich.

Auch in Deutschland kommt es bei der Durchführung der Staatsexamina durch die Landesjustizprüfungsämter regelmäßig zu Fehlern. Die krassesten haben wir hier für Euch zusammengestellt:

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