Es ist gelb und heißt Pipi. Und jetzt wird es verklagt. Wie bitte? Es geht um eine Limo, deren Name Pipi ist. Und sie steht in Verdacht, mit der Kultfigur Pippi Langstrumpf in Verbindung gebracht zu werden.
Die kroatische Limo „Pipi“ gibt es seit 1971 und ist nach der Kultfigur Pippi benannt worden. Schon am 17.09.2019 ließ das hinter der Pipi-Limo stehende Unternehmen OSTRC d.o.o. „Pipi“ im schwedischen Markenregister als Marke für Waren und Dienstleistungen (Klasse 32) mit der Registernummer 1504964 eintragen.
Bis zur Neugestaltung des Limo-Etiketts blieb diese der Astrid Lindgren Butiken AB unbekannt. Die Gesellschaft wird von den Erben Astrid Lindgrens geführt und sieht nunmehr eine Verwechslungsgefahr mit der Kultfigur Pippi Langstrumpf. Das Unternehmen verwaltet sämtliche Rechte und Copyrights der 2002 verstorbenen Autorin. Pippi, eine der Hauptprotagonistinnen der Kultautorin: jung, strahlend mit Sommersprossen und blonden Zöpfen, die rechts und links abstehen.
Limo mit neuem Etikett
Der kroatische Pipi-Hersteller ziert seine Limo schon lange mit einem jungen blonden Mädchen mit Zöpfen. Mittlerweile hat das Unternehmen sein Flaschendesign weiterentwickelt, Pipi ist älter geworden. Nunmehr schmückt eine heranwachsende, junge, blonde Frau mit betonten Augen in Mandelform und zwei hellblonden, kurzen Zöpfen das Etikett. Eine Strähne fällt ihr ins Gesicht, während sie mit einem Strohhalm die Limo ausschlürft. Auf den ersten Blick wirkt es, als würden nur zwei aufgeschnittene Orangen das Nötigste bedecken. Bei genauerem Hinsehen sind dünne, blaue Bikiniträger erkennbar.
Sexiness ist Pippi fremd
Jedenfalls in der aktuellen Flaschenaufmachung sieht das schwedische Unternehmen nun eine Verwechslungsgefahr und glaubt somit, eine Markenrechtsverletzung erkennen zu können. So erklärt der Enkel der Kultautorin, Olle Nyman als Chefjustiziar, dass das fröhliche Mädchen aus dem Hause Kunterbunt auf Kroatisch Pipi Duga Čarapa heißt. Auch dies fördere eine Assoziation der Limo mit der Pippi aus den Büchern. Und das solle vermieden werden. Denn die junge Dame auf der Limo präsentiere eine gewisse „Sexiness“, was Pippi fremd sei und somit negative Assoziationen gegenüber ihr auslösen könne. Nyman sagte der schwedischen Zeitung Vimmerby Tidning, sie habe ein Charisma mit ganz anderen Untertönen. Man wolle einfach sicherstellen, dass niemand in die Irre geführt werde und glaube, es gäbe irgendeine Verbindung zwischen Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf und diesem Erfrischungsgetränk.
In den letzten Jahren und Jahrzehnten vergab das schwedische Unternehmen oftmals Lizenzen, damit Dritte ihre Marken nutzen dürften. Normalerweise reiche ein Hinweis aus, um Markenrechtsverletzungen abzuwenden und die Marke zu schützen, erklärt das Unternehmen. Trotzdem gab es in Deutschland schon einmal einen Rechtsstreit um „Pippi“, der sogar vor dem BGH landete. 2011 verklagten die Erben der 2002 verstorbenen Kinderbuchautorin den Discounter Penny, der damals Karnevalskostüme unter dem Namen „Püppi“ verkaufte, das der Kinderheldin erstaunlich ähnlich sah (JURios berichtete).


