Bei einem Unfall mit einem 2005 Toyota 4Runner SUV sind zwei Kinder gestorben, die zwei weiteren Geschwister verletzt worden. Zugetragen hat sich der tödliche Unfall schon im Jahre 2023 in Minnesota, USA. Die Verurteilung der Schuldigen erfolgte jetzt.
Die Kinder saßen alle in einem für die Amish typischen Buggy. Es ist eine Art Kutsche, die von mindestens einem Pferd gezogen wird. Die Amish sind eine religiöse Gemeinschaft, die für ein einfaches Leben, traditionelle Werte und meist den Verzicht auf moderne Technologie bekannt ist.
Zwilling taucht am Unfallort auf
Hinter dem Steuer des silbernen SUV’s saß eine Mitte dreißig jährige Frau. Laut Zeugenaussagen erschien eine zweite Frau am Unfallort, die der Fahrerin verdächtig ähnlich sah, aber „aus dem Nichts auftauchte“. Als die Polizei am Unfallort eintraf, fanden sie beide Frauen vor. Sarah Beth Petersen sowie ihre Zwillingsschwester Samantha. Erstere gestand den Beamten, das Auto gefahren zu haben und die Kutsche nicht gesehen zu haben. Ihren Ausweis, den die Polizist:innen anschließend sehen wollten, holte sie jedoch nicht aus dem Unfallfahrzeug, sondern aus einem schwarzen SUV, der nicht am Unfall beteiligt war.
Ein im Streifenwagen geführtes und aufgenommenen Gespräch, was Sarah und Samantha führten, lieferte weitere Anhaltspunkte für den Tausch: „Es gibt keine Möglichkeit, dass sie den Unterschied zwischen uns beiden erkennen, also können sie es nicht„.
Arbeitgeber als Zeuge
Nach Sarah’s Geständnis beschlagnahmte die Polizei ihr Handy, was half den Tathergang aufzuklären. Auch der Arbeitgeber von Sarah und Samantha konnte mit den Verantwortlichen entscheidende Informationen teilen. Laut HR kontaktierte Samantha ihren Arbeitgeber via Handynachricht und bat um Rückruf. In diesem gestand sie, was passierte. Samantha: „Ich habe es vermasselt“, „Ich habe gerade zwei Amish getötet; sie waren Kinder“, „Ich habe gerade einen verdammten Pferdewagen angefahren und zwei Menschen getötet“ und „Ich bin nicht nüchtern.“ Sie teilte ebenfalls mit, unter Meth-Einfluss zu stehen und habe erklärt, dass sie zuerst 911 angerufen habe, bevor sie Sarah anrief. Die Videoüberwachung ihres Arbeitgebers bestätigte, dass Samantha das verunfallte Fahrzeug fuhr. Die darauf folgende Telefonabfrage bestätigte ebenfalls, dass Samantha den Notruf absetzte.
Außerdem meldete sich eine Sozialarbeiterin von Sarah’s dreizehnjährigen Tochter, die mitteilte, dass das Kind ihr erzählt habe, ihre Mutter habe das verunfallte Fahrzeug nicht geführt, sondern sei erst nach dem Unfall dorthin gefahren.
Auch Samantha’s Handy wurde daraufhin beschlagnahmt und es folgte eine Hausdurchsuchung sowie Blutprobe. Ihr Handy zeigte einen Suchverlauf mit folgenden Anfragen „Was passiert, wenn man in einen Unfall mit einer Amish-Kutsche involviert ist und zwei Menschen sterben“, „Wie sperre ich ein iPhone, das Polizisten haben [sic!]“ und „Wenn du eine Kutsche rammst und zwei Leute sterben, gehst du ins Gefängnis?“.
Spätes Geständnis
In der zuletzt stattfindenden Gerichtsverhandlung gestand Samantha nun ihre Tat: „Ich möchte, dass Sie wissen, wie zutiefst leid es mir tut. Ich denke jeden einzelnen Tag daran, und ich weiß, dass ich diese Last für den Rest meines Lebens tragen werde. Es gibt keine Entschuldigung für mein Verhalten an jenem Morgen. Jeden Tag wünschte ich, ich könnte zurückgehen und eine andere Entscheidung treffen. Meine Sucht hat mir vieles genommen, aber sie hat Ihnen Ihre Welt genommen, und dafür werde ich mir selbst niemals verzeihen können. Jeden Tag wünschte ich, es hätte mich getroffen statt sie.“
Die Strafe für Samantha beträgt zwei Jahre. Richter Jeremy Clinefelter sprach am 13. Oktober das Strafmaß in Höhe von zwei Jahren für Samantha aus. Außerdem ist sie zur Zahlung von knapp 39.527,73 US-Dollar verurteilt worden. Ihre Zwillingsschwester Sarah dagegen, muss sechs Monate im Gefängnis verbringen, weil sie insbesondere die Verantwortung für kriminelle Handlungen eines anderen übernommen hat.


