Prompten bezahlt sich aus: Shoosmiths belohnt KI-Fleiß mit Millionen-Prämie

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Eine Million Prompts, eine Million Pfund: Die britische Wirtschaftskanzlei Shoosmiths belohnt die KI-Nutzung ihrer Anwält:innen mit einem extra dafür eingeführten Bonus in Millionenhöhe.

Nachdem die Kanzlei ein selbst gestecktes Ziel von einer Million Nutzungsabfragen („Prompts“) des KI-Tools Microsoft Copilot mehr als vier Monate früher als geplant erreicht hat, stockt sie ihren unternehmensweiten Bonuspool um zusätzliche eine Million Pfund auf. Shoosmiths zählt damit zu den ersten großen Kanzleien im Vereinigten Königreich, die den alltäglichen Einsatz von KI unmittelbar mit einer finanziellen Incentivierung verknüpfen.

Das Ziel war im April dieses Jahres im Rahmen eines „collegiate bonus scheme“ angekündigt worden, das allen Mitarbeitenden der Kanzlei offensteht – unabhängig von Hierarchie oder Berufsgruppe. Die nun freigeschaltete Zusatzsumme soll im neuen Geschäftsjahr an anspruchsberechtigte Mitarbeitende ausgeschüttet werden. Voraussetzung ist allerdings auch, das parallel auch seine zentralen wirtschaftlichen Ziele erreicht. Die KI-Nutzung ist damit kein isolierter Bonusfaktor, sondern Teil eines umfassenderen leistungsbezogenen Vergütungssystems.

Erstmals Bonuszahlung an KI-Nutzung gekoppelt

Nach Angaben der Kanzlei handelt es sich um das erste Mal, dass eine große britische Wirtschaftskanzlei die Höhe eines unternehmensweiten Bonus explizit an den flächendeckenden Einsatz von KI koppelt. Der Schritt hat in der Branche für Aufmerksamkeit gesorgt – nicht zuletzt, weil die interne Zielmarke offenbar auf breite Akzeptanz gestoßen ist. Die vorzeitige Zielerreichung deutet auf eine intensive und regelmäßige Nutzung des Tools durch Anwält:innen und anderes Kanzleipersonal hin.

Microsoft Copilot wurde bei Shoosmiths als universell einsetzbares Hilfsmittel eingeführt. Es unterstützt unter anderem beim Überarbeiten von E-Mails, beim Zusammenfassen umfangreicher Dokumente, bei der Ideengenerierung, bei Recherchen sowie bei der Vor- und Nachbereitung von Besprechungen. Die Kanzlei betont jedoch ausdrücklich, dass das Tool nicht für Tätigkeiten eingesetzt wird, die spezifische juristische Ausbildung oder fachliche Wertungen erfordern. Rechtsberatung, rechtliche Analyse und strategische Entscheidungen bleiben menschliche Kernaufgaben.

Mehrwert durch Entlastung

Aus Sicht der Kanzleiführung liegt der Mehrwert der KI vor allem in der Entlastung von administrativen und organisatorischen Tätigkeiten. Anwältinnen und Anwälte sollen dadurch mehr Zeit für anspruchsvolle Mandatsarbeit und den direkten Kontakt mit Mandanten gewinnen. Shoosmiths hatte zuletzt in Umfragen unter Nachwuchsjuristen sehr gut abgeschnitten und insbesondere für seine technologische Ausstattung Bestnoten erhalten.

CEO David Jackson sieht in dem Bonusmodell ein Signal an den gesamten Markt. „Shoosmiths ist führend, wenn es um Innovation geht, und gibt den Ton dafür an, wie wirkungsvolle und effektive KI-Einführung in der gesamten Branche aussehen kann. Das vorzeitige Erreichen dieses Meilensteins zeigt das Engagement und die Begeisterung unserer Mitarbeitenden, Veränderungen anzunehmen und einen neuen Maßstab dafür zu setzen, wie Mandantenservice aussieht.“

Gleichzeitig zeigt der Markt ein differenziertes Bild. Nicht alle Kanzleien verfolgen einen derart offenen Ansatz. So hatte Legal Cheek Anfang des Jahres berichtet, dass die Kanzlei Hill Dickinson den Zugang zu mehreren KI-Tools nach einem starken Nutzungsanstieg eingeschränkt habe.


Fundstelle: https://www.shoosmiths.com/

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