Das djb Dok-Net des Deutschen Juristinnenbundes (djb) erhält den Jutta-Limbach-Preis 2026. Mit der Ehrung würdigt der Preis das außergewöhnliche Engagement junger Juristinnen, die seit 2021 bundesweit neue Formen der Vernetzung, Förderung und wissenschaftlichen Zusammenarbeit etabliert haben.
Die Auszeichnung geht an die Vertreterinnen des Projekts – Dr. Kerstin Geppert, Dr. Annalena Mayr, Lara Schmidt und Marlene Wagner –, die das Dok-Net maßgeblich geprägt haben. Was als pragmatische Antwort auf die Einschränkungen der Corona-Pandemie begann, hat sich inzwischen zu einer festen Größe in der juristischen Nachwuchsförderung entwickelt. Virtuelle Räume, digitale Austauschformate und wissenschaftliche Begleitung sind zu einem stabilen Netzwerk verschmolzen, das weit über kurzfristige Krisenlösungen hinausweist.
„Mit dieser Auszeichnung würdigen wir, wie junge Juristinnen durch Vernetzung und Expertise Strukturen verändern und die Gleichstellung im Recht vorantreiben – ganz im Sinne Jutta Limbachs“, betont djb-Präsidentin Prof. Dr. Susanne Baer in einer Pressemitteilung.
Strukturierte Unterstützung in der Promotionsphase
Kern des Projekts ist eine niedrigschwellige, bundesweite Vernetzung von promovierenden Juristinnen. Über eine zentrale Mailingliste tauschen sich die Mitglieder kontinuierlich aus und erhalten Zugang zu informellem Wissen, das im Wissenschaftsbetrieb häufig schwer zugänglich ist. Ergänzend dazu schaffen regelmäßige Formate wie ein digitaler Stammtisch, der alle zwei bis vier Monate stattfindet, Raum für offenen Austausch über Herausforderungen der Promotionszeit – von methodischen Fragen bis hin zu persönlichen Belastungen.
Hinzu kommen strukturierte Angebote wie mehrtägige digitale Schreibwerkstätten, die gezielt das wissenschaftliche Arbeiten fördern und den Fortschritt der Dissertationsprojekte unterstützen. Damit verbindet das Dok-Net fachliche Qualifizierung mit kollegialer Unterstützung und trägt zur Professionalisierung des juristischen Nachwuchses bei.
Der Preis erinnert an Jutta Limbach, eine der prägendsten Juristinnen der Bundesrepublik. Als Justizsenatorin und Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts setzte Jutta Limbach Maßstäbe für Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung.
Netzwerke gegen strukturelle Ungleichheit
Eines der Probleme: Noch immer sind juristische Führungspositionen und Lehrstühle überwiegend männlich besetzt. Hier setzt das Dok-Net an: Es bündelt Wissen, fördert Austausch und schafft solidarische Strukturen, die bestehende Barrieren abbauen sollen. Der Zugang zu Netzwerken gilt als entscheidender Faktor für wissenschaftliche Karrieren – ein Bereich, in dem Frauen weiterhin benachteiligt sind.
„Für uns steht das Dok-Net für feministische Vernetzung, gelebte Solidarität und neue Perspektiven“, erklären die Preisträgerinnen. Ihr Ansatz umfasst neben fachlichem Austausch auch Themen wie Diversität, Vereinbarkeit und strukturelle Diskriminierung.
Auch aus der Politik erfährt das Projekt Anerkennung. Benjamin Limbach, Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, betont: „Das Engagement dieser jungen Juristinnen zeigt, dass der Geist meiner Mutter weiterlebt: Mut, Haltung und der Wille, Gleichstellung im Recht voranzubringen.“
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