Ehemalige US-Senatorin Kyrsten Sinema wegen Affäre mit Bodyguard verklagt

-Werbung-spot_imgspot_img

Die frühere US-Senatorin Kyrsten Sinema steht wegen einer Affäre mit ihrem ehemaligen Sicherheitsmitarbeiter vor Gericht. Die getrenntlebende Ehefrau des Mannes wirft Sinema vor, ihre Ehe zerstört zu haben – und verklagt sie nach einem in den USA selten gewordenen Gesetz, der „Homewrecker Law“.

Geklagt hat Heather Ammel, die getrenntlebende Ehefrau von Matthew Ammel – einem ehemaligen Sicherheitsmitarbeiter und späteren Liebhaber von Kyrsten Sinema. Sie wirft der Ex-Senatorin vor, ihre 14-jährige Ehe zerstört zu haben. Die Klage wurde im Januar 2025 in North Carolina eingereicht.

Luxustrips, Dom Pérignon und pikante Nachrichten

Laut Klageschrift soll Matthew Ammel die ehemalige Senatorin auf Luxusreisen ins Napa Valley und nach Saudi-Arabien begleitet haben. Außerdem habe er gemeinsam mit Sinema und Cindy McCain bei einer Veranstaltung in Las Vegas Dom Pérignon getrunken.

Besonders pikant: Die Klägerin schildert auch intime Textnachrichten zwischen Sinema und ihrem Ehemann. So habe Sinema ihrem Liebhaber ein Foto geschickt, auf dem sie lediglich in ein weißes Handtuch gehüllt gewesen sei.

Sinema: Beziehung fand kaum in North Carolina statt

Die Ex-Senatorin versucht nun, die Klage bereits im frühen Stadium stoppen zu lassen. Sinema argumentiert vor einem Bundesgericht, dass sie kaum Verbindungen zum Bundesstaat North Carolina gehabt habe. Textnachrichten oder andere Kontakte zu Matthew Ammel seien überwiegend aus Arizona oder Washington D.C. erfolgt. Auch die sexuellen Begegnungen zwischen beiden hätten fast ausschließlich außerhalb North Carolinas stattgefunden.

In den Gerichtsunterlagen listet Sinema detailliert Datum und Ort mehrerer sexueller Begegnungen mit Matthew Ammel im Jahr 2024 auf. Fast keine davon habe in North Carolina stattgefunden. Ihre Anwälte sprechen von lediglich zufälligen Begegnungen in dem Bundesstaat.

Heather Ammel hält dagegen: Entscheidend sei nicht, wo jede einzelne Handlung stattgefunden habe. Vielmehr genüge es nach dem Recht North Carolinas, dass die Beziehung die Ehe in diesem Bundesstaat beschädigt habe. Auch Telefonate und Nachrichten könnten hierfür ausreichen. Ein besonders kurioses Detail: Bei einem Besuch soll Sinema während einer familienrechtlichen Mediation des Ehepaars im Auto vor der Kanzlei der Anwältin gewartet haben.

Der zuständige Bundesrichter David Bragdon muss jetzt entscheiden, ob die Klage überhaupt weitergeführt werden darf.

Was ist ein „Homewrecker Law“?

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Fall, weil sogenannte „Homewrecker Laws“ in den USA inzwischen eine Seltenheit sind. Gemeint sind damit Klagen wegen „Alienation of Affection“ – also wegen der „Entfremdung von Zuneigung“ innerhalb einer Ehe. Ehepartner können dabei den Liebhaber oder die Liebhaberin ihres Partners auf Schadensersatz verklagen, wenn diese angeblich für das Scheitern der Ehe verantwortlich sind.

Die meisten US-Bundesstaaten haben solche Ansprüche längst abgeschafft. Nach Angaben amerikanischer Rechtsdatenbanken existieren sie heute nur noch in wenigen Staaten, darunter insbesondere North Carolina, Mississippi, South Dakota, Utah, Hawaii und New Mexico.

Warum eine solche Klage in Deutschland unmöglich wäre

In Deutschland wäre eine vergleichbare Klage praktisch ausgeschlossen. Das frühere familienrechtliche „Verschuldensprinzip“ wurde bereits 1977 mit der Reform des Ehe- und Scheidungsrechts abgeschafft. Seitdem kommt es für eine Scheidung grundsätzlich nicht mehr darauf an, wer „schuld“ am Scheitern der Ehe ist. Maßgeblich ist vielmehr das sogenannte Zerrüttungsprinzip – also die Frage, ob die Ehe endgültig gescheitert ist.

Deshalb kann in Deutschland auch kein Dritter wegen einer Affäre auf Schadensersatz verklagt werden. Weder Ehebruch noch das „Ausspannen“ eines Partners begründen eigenständige zivilrechtliche Ansprüche gegen den neuen Partner. Das deutsche Familienrecht betrachtet die eheliche Treue zwar weiterhin als moralische Pflicht innerhalb der Ehe, nicht aber als einklagbare Verpflichtung gegenüber außenstehenden Dritten.

Richter hat konservative Moralvorstellungen

Der Fall gegen Sinema sorgt in den USA auch deshalb für Diskussionen, weil die Klage stark moralisch geprägt ist. Richter David Bragdon war bereits bei seiner Ernennung an das Bundesgericht wegen früherer konservativer Aussagen zu Moral- und Familienfragen in die Kritik geraten.Auf einer privaten Website hatte Bragdon in den 1990er Jahren unter anderem erklärt, „Frauen müssten die Konsequenzen tragen, wenn sie sich gegen Verhütung entscheiden“.

Später distanzierte sich Bragdon von diesen Aussagen. Richter dürften Verfahren „nicht nach persönlichen Ansichten oder moralischen Vorstellungen“, sondern ausschließlich nach geltendem Recht entscheiden, erklärte er gegenüber dem US-Senat.

Bragdon arbeitete früher als wissenschaftlicher Mitarbeiter („Law Clerk“) für den konservativen Supreme-Court-Richter Clarence Thomas.


Fundstelle: https://eu.azcentral.com/

-Werbung-

Ähnliche Artikel

Social Media

10,950FollowerFolgen
3,146FollowerFolgen
Download on the App Store
Jetzt bei Google Play
-Werbung-spot_img
-Werbung-

Letzte Artikel

Datenschutz-Übersicht

Diese Internetseiten verwenden teilweise so genannte Cookies. Cookies richten auf deinem Rechner keinen Schaden an und enthalten keine Viren. Cookies dienen dazu, unser Angebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Cookies sind kleine Textdateien, die auf deinem Rechner abgelegt werden und die dein Browser speichert.

Die meisten der von uns verwendeten Cookies sind so genannte „Session-Cookies“. Sie werden nach Ende deines Besuchs automatisch gelöscht. Andere Cookies bleiben auf deinem Endgerät gespeichert, bis du diese löschst. Diese Cookies ermöglichen es uns, deinen Browser beim nächsten Besuch wiederzuerkennen.

Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung: Mehr erfahren