Was Du vor dem Jurastudium unbedingt wissen solltest

Über das Jurastudium und den Beruf als Jurist:in kursieren viele Vorurteile. Es ist schwer, sich als Abiturient:in ein authentisches Bild davon zu machen, was im Jurastudium tatsächlich auf einen zukommt. Die wichtigsten Eckpunkte sollen deswegen in diesem Artikel vorgestellt werden.

Viele denken über die Rechtswissenshaft das Folgende:

  • Ein Jurastudium lohnt sich für fast jede:n. Man lernt für den künftigen Beruf und für’s Leben.
  • Jurastudierenden steht eine breite Palette der unterschiedlichsten Berufe offen, die zum Teil allerhöchste Anerkennung in Staat und Gesellschaft genießen.
  • Als Absolvent:in erhält man ein gutes Einkommen.
  • Gut ausgebildete Jurist:innen sind nie wirklich “arbeitslos” und auch noch nach Jahrzehnten werden sie mit ihrer Arbeit sehr zufrieden sein.

Aber ist das auch tatsächlich so? Im Folgenden einige Aspekte, die man vor dem Jurastudium im Blick haben sollte.

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Aus Verlegenheit studieren

Nicht wenige studieren Jura, weil sie nicht genau wissen, was sie sonst studieren sollen, aber irgendwas studieren wollen. Bevor man jedoch die Entscheidung trifft, sollte man noch einmal genau in sich horchen und fragen, ob dies tatsächlich das ist, was man möchte. Denn Jurastudium und Referendariat sind für die meisten angehenden Jurist:innen ein sehr, sehr hartes Stück Arbeit. Und viele bringen die Ausbildung nur aus einem einzigen Grund zu Ende: Aus Angst, die investierte Zeit und Energie ansonsten verloren zu haben.

Viel Zeit mit sich alleine

Jurastudium und Referendariat bedeuten vor allem viel Zeit mit sich selbst. Denn am Ende muss man alles selbst lernen, verstehen und anwenden. Auch wenn man Vorlesungen und Tutorien besucht, besteht der Hauptteil der juristischen Ausbildung im Selbststudium. Und zwar allein. Jedenfalls wenn man es ernst meint und die Ausbildung erfolgreich zu Ende bringen möchte.

Stressverlauf

Grundsätzlich lässt sich der Weg bis zum ersten Examen in den Beginn, die Zwischenprüfung, die großen Übungen, den schriftlichen Teil und den mündlichen Teil des Ersten Examens aufsplitten. Hinzu kommen noch die Prüfungen aus dem Schwerpunkt, die von Universität zu Universität höchst unterschiedlich ausgestaltet sind. Zu Beginn ist dabei alles noch recht “gechillt”. Die Anforderungen wachsen jedoch über die Zeit exponentiell an. Das heißt, dass die Anstrengungskurve anfangs noch recht flach ist. Man hat viel Zeit zum Feiern. Zum Ende hin (1 bis 1,5 Jahre vor dem Examen) erreicht die zu erledigende Arbeit ein schier nicht mehr zu bewältigendes Ausmaß. Man hat keine Zeit für gar nichts.

Beim Zweiten Staatsexamen läuft es ähnlich ab. Hier jedoch beginnt alles schon auf einem höheren Stresslevel. Man hat weniger Zeit, um zu lernen, da man je nach Station, die man gerade besucht, Richter:innen, Staatsanwält:innen oder Rechtsanwält:innen bei ihrer Arbeit unterstützt. Hierdurch soll man einen Einblick in die jeweiligen klassischen Berufszweige bekommen. Und mehr als ein Einblick ist es typischer Weise auch nicht. Wie gesagt, jedoch ein zeitraubender. Denn für das Zweite Staatsexamen lernt man dort nicht viel. Für das Zweite Staatsexamen braucht man genauer gesagt, nichts von dem, was man in den Stationen tut. Die Prüfung besteht vielmehr aus mittlerweile sehr langen Klausuren, für die man anders als im Ersten Staatsexamen nun auch die Sachverhalte selbst schreiben muss. Zudem muss man alles aus dem Ersten Examen und dem Referendariat wissen. Es ist klar, dass dies eine enorme Anstrengung für die Prüflinge bedeutet.

Egal, wieviel Arbeit man in das Studium oder Referendariat steckt. Es reicht irgendwie nie. Die Begründungen für Klausurenbewertungen fallen selbst bei guten Noten häufig schlecht aus. Ständig bekommt man erklärt, dass man noch eine Schippe drauflegen muss. Die Masse an Lehrstoff tut ihr Übriges, um den Studierenden nicht nur manchmal ein Gefühl der Ohnmacht zu geben. Dies trägt nicht zu einem positiven Selbstbild bei.

Jobaussichten

Die Jobaussichten sind für Jurist:innen mit Topnoten sehr gut. Wenn von Gehaltssteigerungen oder hervorragenden Arbeitsperspektiven die Rede ist, dann ist vor allem von diesen Jurist:innen in den Topkanzleien die Rede. Solche ohne Topnoten müssen sich ihre Nische suchen und darin Expert:innen werden. Wohlgemerkt nach dem Zweiten Staatsexamen. Bis man Expert:in ist, dauert es eine Weile. Bis dahin verdient man dann auch ziemlich wenig im Vergleich zur Anstrengung der juristischen Ausbildung. Ist man dann Expert:in, hat man jedoch auch relativ gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Gerade in Behörden, bei Banken, Versicherungen und Verbänden werden aber auch händeringend durchschnittliche Jurist:innen gesucht. Insgesamt gibt es trotzdem nicht wenige Jurist:innen, die nach Jahren nicht wirklich zufrieden sind mit Ihrer Arbeit. Eine juristische Arbeit bedeutet damit nicht unbedingt ein lebenslanges berufliches Glück.

Was Gutes bleibt

Die juristische Ausbildung hat jedoch nicht nur negative Effekte. Wenn man alles überstanden hat, gibt es auch ein paar Vorteile, insbesondere die Folgenden:

  • Kennenlernen und Einschätzen der eigenen Grenzen, aber auch Fähigkeiten,
  • Strukturiertes Denken und Arbeiten,
  • Fähigkeit Texte besser zu formulieren,
  • Gelassenerer Umgang mit Rechtssachen und staatlichen Einrichtungen,
  • Herrschaftswissen, d.h. das grundsätzliche Verständnis und Wissen, wie Staat und Verträge rechtlich ablaufen und auf welcher rechtlichen Grundlage diese fußen.

Die Jurafalle – Gewinnspiel

Mehr zu den Mühsalen der juristischen Ausbildung und Berufe sind im Buch „Die Jurafalle – Was Sie vor dem Jurastudium unbedingt wissen sollten“ von Oskar Becker, LL.M zu finden, das im August 2022 beim MUR-Verlag erschienen ist.

Zweck dieses (Ab-)Ratgebers ist es, aufgelockert durch Anekdoten aus dem juristischen Alltag, über die wahren Umstände der juristischen Ausbildung und Arbeit zu informieren. Was erwartet dich? Welche Berufsaussichten hast du? Studium und Referendariat sind für die meisten angehenden Jurist:innen ein sehr, sehr hartes Stück Arbeit. Und viele bringen die Ausbildung nur aus einem einzigen Grund zu Ende: Aus Angst, die investierte Zeit und Energie verloren zu geben.
Für viele bleibt die Zeit auch nach der Ausbildung schwierig. Denn anders als häufig kolportiert, kann man mit Jura nicht alles machen! Schließt man jedoch die juristische Ausbildung ab, bietet dies Vorteile, die nicht verschwiegen werden sollten.

DAS GEWINNSPIEL IST BEENDET

In Kooperation mit dem MUR-Verlag verlosen wir 3 Exemplare des Buches „Die Jurafalle – Was Sie vor dem Jurastudium unbedingt wissen sollten“ von Oskar Becker, LL.M. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, schreibe uns einfach bis zum 23. September 2022 um 23.59 Uhr eine Mail mit dem Betreff „Jurafalle“ an info@jurios.de.

Der:die Gewinner:in wird von der JURios Redaktion per Zufall ermittelt und innerhalb von drei Tagen per E-Mail benachrichtigt. Teilt der:die Gewinner:in uns nicht innerhalb von weiteren drei Tagen seine:ihre Adresse per E-Mail mit, verfällt der Gewinn. Die Anschrift des:der Gewinner:in wird von JURios ausschließlich zum Versenden des Buches verwendet und danach gelöscht.

Viel Glück!

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