US Law School: Kostenlose Lebensmittel für bedürftige Jurastudierende

Steigende Lebenserhaltungskosten und und die Folgen der Coronapandemie bringen auch in den USA immer mehr Studierende in finanzielle Nöte. Darunter sogar Jurastudierende der Drake Law School in Des Moines (Iowa). Studierende und Professor:innen haben an der Juristischen Fakultät deswegen jetzt ein Tafel-Angebot für hungrige Jurastudierende gegründet.

Jake Schuler, ein Jurastudent im Dritten Semester, bemerkte bereits im Jahr 2020, dass viele seiner Kommiliton:innen finanzielle Probleme hatten. Das zeigte sich unter anderem darin, dass einige in den Semesterferien die Fahrtkosten in die Heimat nicht aufbringen konnten. Gemeinsam mit der stellvertretenden Dekanin für Studentenangelegenheiten, Erin Lee Schneider, sammelte Schuler deswegen Geschenkgutscheine für bedürftige Kommiliton:innen. Das Projekt sollte den Jurastudierenden zunächst die Ferien und Feiertage verschönern. Doch es stieß auch eine Debatte über die steigenden Lebensmittelpreise und den täglichen Kampf vieler Studierenden, sich trotzdem gesund zu ernähren, an.

43 % aller Jurastudierenden betroffen

Eine landesweite Umfrage ergab, dass 43 % aller Jurastudierenden während der Pandemie von Ernährungsunsicherheiten betroffen waren. Der Dekan der Drake Law School, Jerry Anderson, war entsetzt: “Vielen von uns ist es nicht in den Sinn gekommen, dass in Vorlesungen an der Drake Law Studierende sitzen könnten, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht richtig essen können.” Die Fakultät organisierte deswegen eine Lebensmittelausgabe für bedürftige Studierende.

Zu den Unterstützern des Projekts gehört auch der Hilfsprofessor Tyler Coe. „Als ich erfuhr, dass Drake-Law-Studierende und Jurastudierende im ganzen Land von Lebensmittelknappheit betroffen sind, sah ich mir meine Studierenden an und wusste, dass ich helfen muss.” Innerhalb weniger Tage sammelte Coe Lebensmittelspenden und 800 US-Dollar von anderen Mitgliedern seiner Kanzlei für das Projekt. Coe ist zuversichtlich, dass auch weiterhin Spenden eingehen werden: “Dies ist sicherlich nicht die letzte großzügige Spende, die meine Firma und ich für Drake Law leisten.

Lebensmittelangebot hilft Studierenden, sich auf Uni zu konzentrieren

Die Lebensmittelausgabe steht allen Drake Law School Studierenden zur Verfügung. Das Tafel-Angebot umfasst Konserven und Trockenwaren, Tiefkühlgerichte und Frischwaren. Auch Geschenkgutscheine für Lebensmittel sind erhältlich.

Schuler ist froh, was sein Engagement alles bewirken konnte. Er sagt: “Das Jurastudium ist schon hart genug, und die Studierenden müssen sich auf ihre Kurse konzentrieren können und nicht darauf, ob sie heute essen können oder nicht.”

Doch mit diesem Problem sind die USA nicht alleine. Auch in Deutschland haben 2020 rund 40 Prozent der alleinstehenden Studierenden unterhalb des sog. Existenzminimums gelebt. Dem Durchschnitt fehlen fast 500 Euro für ein finanziell gesichertes Dasein, so eine Statistik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.


Fundstelle: https://news.drake.edu/

Redaktion
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