Kurioser Streit um Mops Edda erklimmt die dritte Instanz

Mops-Dame “Edda” wurde von der Stadt Aalen bei einer verschuldeten Familie gepfändet und dann vom Gerichtsvollzieher bei Ebay verkauft. Die neue Besitzerin klagte dann auf Schadensersatz, weil der Mops krank sei. Jetzt beschäftigt sich schon das dritte Gericht mit dem Fall.

Bereits Anfang 2019 machte der kuriose Fall “Edda” Schlagzeilen: Ein Beamter der Stadt Ahlen pfändete die Mops-Dame bei einer verschuldeten Familie. Danach bot er sie auf seinem privaten Ebay-Account als “süße Mopsdame mit Stammbaum” zum Kauf an. Der Ebay-Kleinanzeige zufolge war die Hündin “kerngesund”. Die Verkaufssumme soll in die Stadtkasse geflossen sein. Der Deutsche Tierschutzbund rügte damals das Vorgehen der Behörden. Es sei unverantwortlich, Tiere im Internet anzubieten.

Mops Edda für 690€ bei Ebay gekauft

Eine Polizistin kaufte den Hund über die online Plattform Ebay für 690 Euro und verklagte wenig später den Verkäufer auf Schadensersatz. Mops Edda sei schon beim Kauf krank gewesen und benötige unter anderem mehrere teure Augen-Operationen. Inzwischen befasst sich bereits die dritte Instanz mit dem kuriosen Fall. Es geht unter anderem um die Frage, ob Mops-Käufer per se davon ausgehen müssen, dass das Tier krank sei.

Ursprünglich wurde der Fall wegen des hohen Streitwerts von rund 20.000 Euro am Landgericht Münster verhandelt. Dort legte ein Experte sein Gutachten vor, in dem er Möpse als eine “der am schwersten von Qualzucht betroffenen Rassen” bezeichnete. Der Käufer eines Mopses müsse deswegen grundsätzlich davon ausgehen, dass sein Hund krank sei. Die Besitzerin des Hundes hält den Gutachter wegen seiner Aussagen für befangen. Das Oberlandesgericht muss nun über die Frage der Befangenheit entscheiden. Im Juni 2020 hat das OLG Hamm die Beschwerde gegen den Gutachter zurückgewiesen. Das Verfahren kann nun weiter gehen.

Viele Rechtsanwälte halten die Pfändung des Hundes und den Verkauf über einen privaten Account außerdem für rechtswidrig. Eine Rückabwicklung des Kaufes wollen aber weder die früheren Herrchen der Mops-Dame, noch die neue Eigentümerin. Mops-Dame Edda wurde von ihrer neuen Besitzerin inzwischen in “Wilma” umbenannt. Eine Betrugsanzeige gegen den Gerichtsvollzieher hat die Staatsanwaltschaft eingestellt. Inzwischen hatte sogar die New York Times über Mops Edda bzw. Wilma berichtet.


Fundstelle: https://www.spiegel.de/

Clara Mueller
Jurastudentin, Schwerpunkt: Verwaltungsrecht, Promi Tratsch&Klatsch, Hundemama.

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