Wie der Fahrdienst Uber gezielt die Polizei täuscht

Der Fahrdienst Uber soll gezielt ein Tool namens “Greyball” eingesetzt haben, um Behördenmitarbeiter und Strafverfolger in die Irre zu führen.

Uber ist ein amerikanischen Unternehmen, das Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung anbietet. UberTaxi vermittelt über die Smartphone-App oder die Website des Unternehmens reguläre Taxis an Fahrgäste. Das Unternehmen erhebt dabei eine Provision von bis zu 20 Prozent des Fahrpreises. Im Jahr 2016 war der Dienst in über 400 Städten vertreten. Seit 2014 wird auch in Deutschland der Dienst UberTaxi angeboten und ist heftig umstritten.

Dem Gründer Travis Kalanick wird vorgeworfen, soziale Standards und andere Regeln zur Personenbeförderung nicht einzuhalten und den Markt mit Dumpingpreisen zu manipulieren.

Geisterfahrzeuge und mysteriöse Stornierungen bei Uber

Um sich unliebsamen Kontrollen der Behörden zu entziehen und marktfähig zu bleiben, soll der Fahrdienstleister eine Software namens „Greyball“ entwickelt haben, die es dem Unternehmen erlaubte, über die Uber-App Kunden gezielt zu identifizieren. Wenn ein Polizist versuchte, ein Uber-Fahrzeug zu buchen, gab es kein freies Uber-Auto in der Nähe oder das bestellte Taxi wurde kurzerhand storniert.

Auf die Schliche gekommen waren dem Unternehmen Mitarbeiter der US-amerikanischen Stadt Portland. Dort hatte Uber seine Fahrdienste ganz einfach ohne Genehmigung angeboten. Die Polizei versuchte hierfür Beweise zu sammeln und wollte dazu über die App ein Uber-Taxi bestellen. Erfolglos!

„Uber hatte dank der eingesetzten Software, ausgewerteter Login-Daten, hinterlegter Kreditkarten-Informationen und eines Abgleichs der Informationen in sozialen Medien die Strafverfolger identifizieren und schließlich in die Irre führen können“, heißt es in der “New York Times”.

Der Fahrdienstleister behauptet, das Tool diene ausschließlich der Identifizierung von problematischen oder gewaltbereiten Kunden. “Das Programm verweigert Nutzern eine Fahrt zu bestellen, die gegen unsere Geschäftsbedingungen verstoßen. Seien es nun Kunden, die unseren Fahrern Gewalt androhen, Konkurrenten, die unseren Fahrbetrieb stören wollen.“

Laut FAZ konnte dem Fahrdienstanbieter der Einsatz des Tools in Deutschland bisher nicht nachgewiesen werden. Eine solche Datenanalyse könnte bei uns allerdings gegen diverse Gesetze verstoßen.


Fundstelle: https://m.heise.de/

Jannina Schäffer
Jannina Schäffer
Juristin, Doktorandin an einem Lehrstuhl für Strafrecht, Wannabe-Kriminologin, Harry Potter Fan.

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