Burger-Kette versorgt Gefangene mit Fastfood

In Bergisch Gladbach versorgt neuerdings die Fastfood-Kette McDonalds die Gefangenen der Kreispolizei mit Fastfood. Das Innenministerium spricht von einer Notlösung, da der eigentliche Versorger abgesprungen sei.

Seit Anfang März gibt es für die Gefangenen in Bergisch Gladbach Pommes und Burger. Die Kreispolizei muss die Inhaftierten kurzfristig mit Fastfood versorgen, weil der vorherige Essenslieferant abgesprungen ist. Das Unternehmen, welches auch das örtliche Krankenhaus beliefert, hat die Verträge mit der Polizei gekündigt. Diese suchte daher spontan einen Zulieferer, der in der Lage war „sieben Tage die Woche, morgens, mittags und abends Verpflegung zu stellen“. Wie geschickt, dass sich eine Filiale von McDonalds genau neben dem Revier befindet.

Versorgung mit Fastfood ist Notlösung

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums handelt es sich bei diesem Arrangement um eine Notlösung. In den Zellen der Polizei werden nur vorläufig Festgenommene untergebracht. Dabei handelt es sich also nicht um eine Justizvollzugsanstalt, in der die Gefangenen unter Umständen mehrere Jahre verbringen müssen. In den Gefängnissen achtet man normalerweise auf eine ausgeglichenere Ernährung.

Kurios ist auch wie die Bestellung des Essens in Bergisch Gladbach funktioniert. Die Insassen können laut Angaben der „Kölnischen Rundschau“ aus einer Liste Speisen im Wert von 2-4€ frei auswählen. Die Kreispolizei sammelt die Essenswünsche der Gefangenen ein und bringt die Liste zur nächsten Mc-Donalds Filiale. Dort werden die Bestellungen abgezeichnet und das Essen übergeben. Die Polizisten liefern Burger und Pommes dann direkt in die Zellen der Insassen. Wie lange dieses Arrangement noch aufrecht erhalten werden soll, ist nicht bekannt.

Im Jahr 2016 gab es ca. 63.000 Gefangene in den Justizvollzugsanstalten in Deutschland. Die meisten von ihnen saßen in Nordrhein-Westfalen ein. Die Vollverpflegung im Gefängnis übernehmen normalerweise externe Zulieferer, die auch Krankenhäuser oder Mensen beliefern. In einigen Justizvollzugsanstalten kochen die Insassen auch selbst. Geregelt ist dies unter anderem in den Verpflegungsordnungen der jeweiligen Bundesländer. Der Wochenspeiseplan der JVA Aachen ist online einsehbar.


Fundstelle: http://www.spiegel.de/

Jannina Schäffer
Juristin, Doktorandin an einem Lehrstuhl für Strafrecht, Wannabe-Kriminologin, Harry Potter Fan.

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