Waldbrand: Nach “Gender Reveal Party” wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Ein Ehepaar aus Kalifornien muss sich vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Die werdenden Eltern hatten bei einer sogenannten “Gender Reveal Party” einen Waldbrand ausgelöst, bei dem eine Person verstarb.

“Gender Reveal Partys”, bei denen die Eltern das Geschlecht ihres ungeborenen Babys bekannt geben, sind vor allem in den USA beliebt. Immer wieder jedoch geraten diese Partys außer Kontrolle. So auch in diesem Fall. Ein Paar aus Kalifornien hatte bei ihrer “Gender Reveal Party” im El Dorado Ranch Park eine Rauchbombe gezündet. Blau sollte für einen Jungen stehen, roter Rauch für ein Mädchen. Doch die an sich schöne Idee führte im sommerlichen Kalifornien zu einem Waldbrand. Rund 500 Feuerwehrleute und mehrere Löschhubschrauber waren im Einsatz, um den Brand auf einer Fläche von knapp 90 Quadratkilometern einzudämmen. Ein 39-Jähriger Feuerwehrmann kam im Feuer, das inzwischen den Namen “El Dorado Fire” trägt, ums Leben.

El Dorado Fire von Rauchbombe verursacht

Die Behörden hatten zuvor gewarnt, dass extreme Waldbrandgefahr herrsche. Angesichts von Hitze und Trockenheit sei bereits ein fahrlässiger oder illegaler Umgang mit Feuer strafbar. Die Brandschutzbehörde CAL Fire erklärte, dass der Brand auf die unsachgemäße Benutzung der Rauchbombe zurückzuführen sei. Die Staatsanwaltschaft im Bezirk San Bernardino erhob deswegen Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Zu den weiteren Anklagepunkten gehört außerdem ein Fall der fahrlässigen Verursachung eines Brandes mit schweren Körperverletzungen, vier Fälle der fahrlässigen Verursachung eines Brandes an bewohnten Gebäuden und 22 Fälle der fahrlässigen Verursachung eines Brandes an fremdem Eigentum. Vor Gericht plädierte das junge Paar jetzt auf “nicht schuldig”. Bis dahin waren in dem Fall über 34 Zeug:innen angehört worden. Ein weiterer Verhandlungstag ist für September angesetzt. Im Falle eines Schuldspruchs droht dem Ehepaar eine Gefängnisstrafe.

Und diese “Gender Reveal Party” ist nicht einmal die erste, die zu einem Brand führte. Bereits 2017 feuerte ein Grenzschutzbeamter in der Nähe von Green Valley (Arizona) ein Gewehr auf ein mit farbigem Pulver und einer hochexplosiven Substanz, gefülltes Ziel ab, in der Erwartung, das Geschlecht seines Kindes zu erfahren. Die daraus resultierende Explosion löste ein Feuer aus, das sich über den Coronado National Forest ausbreitete und über 180.000 Quadratkilometer Land verbrannte. Der Mann musste dafür mehr als 8 Millionen US-Dollar Entschädigung zahlen.

Werdenden Eltern raten wir, auf einfachere Methoden zurückzugreifen, um das Geschlecht ihres Baby bekanntzugeben. Beispielsweise ein Kuchen mit farbiger Füllung oder farblich passendes Konfetti in einem Luftballon. Aber bitte nicht darauf schießen. Weder auf den Kuchen, noch auf den Ballon!


Fundstelle: https://abcnews.go.com/
Fundstelle: https://www.spiegel.de/

Redaktion
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