Rapper Gzuz zu acht Monaten Haft verurteilt

Gzuz, der Frontmann der Hip-Hop-Gruppe “187 Strassenbande” wurde vom Landgericht Hamburg zu einer achtmonatigen Freiheitstsrafe sowie einer ganz erheblichen Geldstrafe verurteilt. Der Rapper hatte unter anderem einer jungen Frau ins Gesicht geschlagen.

Im Januar 2022 begann vor dem Landgericht Hamburg die Berufungshauptverhandlung im Fall des Rappers Gzuz, der im September 2020 vom Amtsgericht Hamburg zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 1.700 € (=510.000 €) verurteilt worden war. Dagegen legte der Musiker, der mit gebürtigem Namen Kristoffer Jonas Klauß heißt, Berufung ein. Für die Berufungsverhandlung waren insgesamt sieben Hauptverhandlungstage anberaumt worden. Jetzt sprach das LG Hamburg sein Urteil. Die Richter:innen verurteilten den 33-jährigen Frontmann von “187 Strassenbande” wegen Körperverletzung, eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und zweimaliger Verletzung des Waffengesetzes. Insgesamt muss Gzuz für acht Monate und zwei Wochen in Haft. Zugleich verhängte die Strafkammer am Freitag eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 2.300 €, also insgesamt 414.000 €.

Keine Notwehrlage gegeben

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Rapper im März 2020 einer 19-Jährigen ins Gesicht geschlagen habe, nachdem diese ihn um ein Selfie gebeten hatte. Der Verteidiger des Rappers hatte argumentiert, sein Mandant hätte sich von der Frau angegriffen gefühlt und aus Notwehr gehandelt. Er sei davon ausgegangen, die junge Frau habe ihn gefilmt. Dieser Argumentation folgte das Gericht jedoch nicht. Es habe sich nicht um eine Notwehrlage gehandelt. Der Rapper sei 1,95 Meter groß. Die Frau klein und zierlich. Sie sei vielleicht nervig gewesen, aber nicht aggressiv.

Außerdem seien in der Wohnung des Rappers Waffen gefunden worden – trotz Waffenverbotes. Eine Schreckschusspistole, ein Schalldämpfer, 27 Patronen und ein Teleskopschlagstock. Außerdem ein sogenannter “Polenböller”. Den Vorwurf des Drogenbesitzes ließ das Gericht fallen. Es habe sich nicht zweifelsfrei beweisen lassen, wem das in der Wohnung des Rappers gefundene Marihuana gehöre.

Gangster-Image wirkte strafschärfend

Eine Strafaussetzung zur Bewährung lehnte das LG Hamburg ab. Gzuz habe zur Tatzeit unter Bewährung und Führungsaufsicht gestanden. Der Rapper sei in den letzten Jahren immer wieder straffällig geworden. Eine positive Sozialprognose sei unter diesen Umständen nicht möglich. Die hohe Geldstrafe rechtfertigte das Gericht mit dem Gangster-Image des Angeklagten. Die Straftaten seien “gut für’s Geschäft”, so die Vorsitzende Richterin.

Gzuz wurde am 29. Juni 1988 in Hamburg geboren. Ihn faszinierte schon früh das Leben auf dem Kiez. Er schloss sich der 2006 von von Bonez MC und dem Graffiti-Künstler Frost gegründeten Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande an. Die Zahl 187 steht für einen Paragraph im kalifornischen Strafgesetzbuch, in dem der Mord unter Strafe gestellt wird.

“Murder is the unlawful killing of a human being, or a fetus, with malice aforethought.”

Während einer dreijährigen Haftstrafe von Gzuz von 2010-2013 spielte der Rest der Crew die „Free Gzuz Tour“. Er selbst ließ sich im Knast den Schriftzug „Fuck Cops“ auf den Oberkörper tätowieren. 2014 folgte das Kollaboalbum High & Hungrig von Gzuz und Bonez MC, das erstmals in den Top 10 der deutschen Charts landete. Sein Künstlername ist ein Akronym für Ghetto-Zeug unzensiert..Gzuz hat zwei Töchter mit der Influencerin Lisa Erdbeer.


Fundstelle: https://www.zeit.de/

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