Statistik: Soviel kostet ein Auftragsmord im Ländervergleich

Im Darknet blühen die Schwarzmärkte mit Drogen, Waffen und Kinderpornos. Was vielen nicht klar ist: Dort gibt es auch illegale Dienstleistungen zu kaufen, beispielsweise einen Auftragskiller. Die Beratungsfirma Scip AG aus der Schweiz hat sich das genauer angesehen und unter anderem eine Statistik veröffentlicht, aus der hervorgeht, wieviel man in den Ländern für einen Auftragsmord bezahlen muss.

Bereits Platz eins überrascht. Denn ein Auftragsmord ist nicht etwa in Europa besonders teuer, sondern in China. Durchschnittlich 450.000 US-Dollar wird im Darknet für einen Auftragsmord bezahlt. Abgerechnet wird natürlich pro Kopf. In der Schweiz kostet ein:e Auftragskiller:in rund 400.000 US-Dollar, auf Platz vier und fünf befinden sich die USA und Russland mit 250-300.000 US-Dollar. Deutschland taucht in der Statistik etwa in der Mitte auf. Geht man nach den Preisen im Darknet muss man hierzulande „nur“ 50.000 US-Dollar für das Auslöschen eines Menschenlebens bezahlen. Überlegt man sich, dass Morde in Deutschland in 95 Prozent aller Fälle aufgeklärt werden und den Täter:innen (Auftraggeber:in sowie Auftragsmörder:in) eine lebenslange Freiheitsstrafe droht, ist das eine wirklich geringe Summe.

Zahlen aus dem Darknet unzuverlässig

Besonders günstig gibt es einen Auftragsmord laut Statistik der Scip AG in Südafrika, Südamerika und Indien. Überraschenderweise findet sich auf den letzten Plätzen aber auch Norwegen. Gerade im Darknet ist aber natürlich Skepsis geboten. Ob der:die Auftraggeber:in die Summe tatsächlich bezahlt und der Auftragsmord auch wunschgemäß ausgeführt wird, lässt sich nicht sicher sagen. Bei vielen der angebotenen Dienstleistungen dürfte es sich um Fakes bzw. online Betrügereien handeln.

Darknet-Statistik der Scip AG

Spannend wird es, wenn man die Zahlen aus der Darknet-Statistik mit weiteren Zahlen hinterlegt. So enthüllte 2015 ein italienischer Auftrags-Gangster seine „Preisliste“. Nach dieser verlangte der Mafiakiller Giancarlo Orsini Preise von 3.500 Euro für einen Schuss in die Kniescheibe und bis zu 25.000 Euro für einen Auftragsmord. Das entspricht tatsächlich dem Durchschnittswert, den die Scip AG für Italien herausgefunden hat.

Studie aus Birmingham besser belegt

Zahlen für Großbritannien ergeben sich aus einer groß angelegten Studie der Universität Birmingham. Forscher:innen veröffentlichten ihre Ergebnisse 2014 im „Howard Journal of Criminal Justice“. Untersucht wurden 27 Fälle aus den Jahren 1974 bis 2013. Die Spannweite der Preise für einen Auftragsmord reichte von 200 Pfund bis zu 100.000 Pfund – was einen Durchschnittspreis von 15.000 Pfund (13.000 US-Dollar) ergab. Hier ergibt sich also ein großer Unterschied zur Darknet-Statistik. Denn diese ging für Großbritannien von einem Preis von 225.000 US-Dollar pro Auftragsmord aus.

Die Zahlen, die die niederländische Polizei über Auftragskiller veröffentlichte, sind noch erschreckender. Ein Menschenleben ist hier nur 3.000-5.000 Euro wert. Rund 600 „Contract Killer“ hat allein die Amsterdamer Polizei im Visier. Man nennt sie im Polizei-Jargon “Liste der 600”. Der niedrige Preis soll unter anderem deswegen zu Stande kommen, weil viele der Killer junge (wenig gebildete) Kriminelle sind.

Redaktion
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