Mann, der 31 Jahre wegen Cannabis im Gefängnis saß, freigelassen!

Richard DeLisi verbrachte 31 Jahre in Haft, nachdem er 1989 in Florida wegen eines Cannabis-Delikts verurteilt worden war. Seine Haftstrafe ist die längste, die in diesem Zusammenhang jemals in den USA vollstreckt wurde.

Die zuständigen Behörden bestätigen, dass der heute 71-Jährige Anfang Dezember aus der “South Bay Correctional Facility” in Palm Beach County entlassen wurde. Ein Gericht verurteilte DeLisi 1989 zu 90 Jahren Gefängnis, weil er mehr als 100 Pfund (45 kg) Marihuana von Kolumbien nach Florida geschmuggelt hatte.

Unterstützt wurde DeLisi vom „Last Prisoner Project“. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für die Freilassung von Gefangenen ein, die wegen Marihuana verurteilt wurden. Die Organisation arbeitet mit Anwälten zusammen, um die vorzeitige Entlassung der Betroffenen zu erwirken. Als Begründung führten diese unter anderem an, dass die Corona-Pandemie die Entlassung des 71-Jährigen noch dringender mache. DeLisis Gesundheitszustand sei schlecht. Er leide unter anderem an Diabetes und Asthma. Darüber hinaus haben sich seit seiner Verurteilung die Gesetze für den Marihuana-Konsum in vielen Staaten drastisch geändert. In einigen Fällen wurde es für den Freizeitgebrauch sogar entkriminalisiert.

Gutes Verhalten führt zu Reduzierung der Strafe

Trotz des Drucks durch das Last Prisoner Project sagte die Pressesprecherin des Florida Department of Corrections gegenüber CNN, dass die Entscheidung, DeLisis Entlassungstermin vorzuverlegen, “nicht mit einer Aktion einer externen Partei zusammenhängt”. DeLisi’s Entlassungsdatum sei von Sommer 2022 auf Mai 2021 vorverlegt worden, nachdem ein Fehler in seiner Akte entdeckt worden war. Außerdem habe sein „gutes Verhalten“ zu einer Reduzierung der Haftzeit geführt.

Am Tag seiner Entlassung konnte DaLisi – nach einem negativen Corona-Test – erstmals seine fünf Enkelkinder in die Arme schließen.

DeLisis Entlassung ging eine Abstimmung des Repräsentantenhauses voraus. Man wolle Marihuana landesweit entkriminalisieren, um “die verheerenden Ungerechtigkeiten anzugehen, die durch den Krieg gegen Drogen verursacht werden.” Die Entscheidung wird vom Senat aber vermutlich nicht bestätigt, weil dieser von einer republikanischen Mehrheit kontrolliert wird.

Auch in Deutschland blieben die Bestrebungen zur Legalisiserung von Cannabis (“Legalize it!”) bisher erfolglos. Doch die Stimmen für eine Legalisierung werden immer lauter. Mit dem Schildower Kreis setzen sich neben vielen bekannten Strafrechtlern auch andere Wissenschaftler aktiv für eine Legalisierung der weichen Droge und gegen eine “repressive Drogenpolitik” ein.


Fundstelle: https://edition.cnn.com/

Redaktion
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