Hogwarts-Express vor Gericht

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In Schottland können Harry Potter Fans mit dem „echten“ Hogwarts-Express fahren. Der Jacobite Steam Train rollt vom Bahnhof Fort William bis in den kleinen Fischerort Mallaig. Neben zauberhafter Landschaft passiert der Zug auch das berühmte Glenfinnan Viadukt, das in den Harry Potter Filmen zu sehen ist. Ein unvergessliches Abenteuer für alle Fans des Zauberlehrlings. Doch der Hogwarts-Express war kürzlich erst Inhalt eines Gerichtsprozesses.

Das Unternehmen West Coast Railway Company Ltd. (WCRCL), das den Dampfzug betreibt, musste sich vor dem High Court in London verantworten. Das Office of Rail and Road (ORR) hatte das Unternehmen verpflichtet, die Verriegelung ihrer Züge zu modernisieren – unter ihnen auch der Hogwarts-Express. Das Problem: Das Nachrüsten der notwendigen Zentralverriegelung koste sieben Millionen Pfund (rund 8 Millionen Euro). Das entspricht einem siebenfachen des Jahresgewinnes.

Tödliche Unfälle durch unverriegelte Türen

Die West Coast Railway Company Ltd. Hatte die Aufsichtsbehörde deswegen um eine Ausnahmeregelung gebeten. Jedoch erfolglos. Dem schloss sich jetzt auch das Londoner Gericht an. Die Zentralverriegelung sei Bestandteil einer notwendigen Sicherheitsvorschrift. Diese war erlassen worden, nachdem es in den historischen Zügen mehrere tödliche Unfälle gegeben hatte. Die Passagiere konnten die Türen des Zuges nämlich auch bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h öffnen. Die angeordnete Zentralverriegelung verhindere dies.

Die Richterin schlug dem Unternehmen vor, die notwendige Nachrüstung mit einer moderaten Erhöhung der Fahrpreise zu finanzieren. Für Harry Potter Fans könnte die Fahrt mit dem Hogwarts-Express in Zukunft also teurer werden. Für Erwachsene kostet eine Rundfahrt mit dem Hogwarts-Express 65 Pfund. Für 28 Pfund werden im Zug Tee und Sandwiches serviert.


Fundstelle: https://www.bbc.com


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Jannina Schäffer begibt sich in ihrer Dissertation “Harry Potter und die Gesetze der Macht” (2024, summa cum laude) auf eine fantastische Spurensuche und stellt erstmals das Rechtssystem der Harry-Potter-Welt umfassend dar. Im Rahmen einer rechtsvergleichenden Analyse stellt sie das deutsche Recht dem Recht der Zauberer gegenüber. Dabei bezieht sie auch das historische NS-(Un-)Recht von 1933 bis 1945 in ihre Betrachtung mit ein, denn Parallelen zwischen der Machtergreifung Adolf Hitlers und dem Aufstieg Lord Voldemorts sind in der Literaturwissenschaft allgemein anerkannt. Ein Schwerpunkt des Werks, das der Schnittmengendisziplin „Law and Literature“ zuzurechnen ist, liegt auf dem materiellen und prozessualen Strafrecht sowie der Untersuchung, inwiefern das historische und fiktive (Un-)Recht beiden Diktatoren zur Macht verhalf.

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